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Larsson: Mit fast 37 noch wie ein junger Gott

Lugano - Mit seinen fast 37 Jahren ist er der zweitälteste Feldspieler dieser EM. Aber noch wirbelt Henrik Larsson wie ein junger Gott auf dem Platz. «Ich bin fit, habe großen Spaß und liebe den Fußball», lautet seine einfache Erklärung für seine Top-Leistung im «Tre Kroners»-Trikot.

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Dabei hatte sich der Stürmer-Star eigentlich längst aus der schwedischen Nationalmannschaft verabschiedet. Nach seinem verschossenen Elfmeter im WM-Achtelfinale 2006 gegen Deutschland hatte der Rücktritts-Rekordhalter bereits zum dritten Mal nach 2002 und 2004 seine Fußballschuhe endgültig zur Seite gelegt.

Oldie

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Henrik Larsson gestikuliert bei einem Spiel.

Lars Lagerbäck konnte den Ruheständler umstimmen. Der Trainer bat den gerade Golf spielenden Larsson angesichts der Ungewissheit um den am Knie operierten Zlatan Ibrahimovic telefonisch um ein erneutes Comeback - und nach zwei Stunden Bedenkzeit erhielt er die Zusage. Larsson, inzwischen mit Glatze statt wilden Rasta-Locken wie bei seinem WM-Debüt 1994 in den USA, ist bei seinem nunmehr sechsten großen Turnier aber weit mehr als ein Lückenbüßer. Der kopfballstarke, torgefährliche und technisch versierte Angreifer zählt zu den absoluten Schlüsselspielern. «Ich weiß, was ich an Henrik habe», sagte Lagerbäck. Spaniens Verteidiger Joan Capdevila, der den Schweden aus dessen Zeit beim FC Barcelona kennt, urteilte respektvoll: «Sein Kopfball ist wie ein Hammer!»

In seinen 97 Länderspielen vor der entscheidenden Partie um den Einzug ins Viertelfinale gegen Russland am Mittwoch brachte es «Henke» auf 36 Treffer. Noch erfolgreicher schnitt er bei seinen Engagements bei diversen europäischen Spitzenclubs ab. Seine Blütezeit als Torjäger erlebte der sympathische Larsson bei Celtic Glasgow, mit dem er in sieben Jahren viermal Meister wurde und in der Saison 2000/2001 für 35 Treffer den «Goldenen Schuh» als bester Torschütze Europas erhielt. In Schottland genoss er Kult-Status: Die Celtic-Fans adelten ihn zum «König der Könige».

Läuft für ihn und sein Team bei dieser EM alles optimal, kann der 2005 zum bestens schwedischen Fußballprofi aller Zeiten gewählte Larsson am 29. Juni im Finale mit dem 100. Einsatz ein goldenes Jubiläum feiern. Aber auch ohne einen solchen krönenden Höhepunkt kann er auf eine einmalige Karriere zurückblicken.

Der Sohn eines Seemanns von den Kapverden und einer Schwedin wuchs in der Küstenstadt Helsingborg auf, für deren Verein IF er auch heute wieder in der «Allsvenskan» aktiv und dort der herausragende Akteur ist. Als Junge musste er wegen seiner dunklen Hautfarbe häufiger rassistische Schmähungen erdulden. «Als ich in die Schule kam, warfen mir andere Kinder Worte an den Kopf, deren Sinn ich zunächst gar nicht verstand», berichtete er als Erwachsener einmal.

Selbst gebrandmarkt, engagierte sich Larsson während seiner Zeit als Halbprofi bei Helsingborgs IF in der Jugend- und Sozialarbeit. Zudem verdiente sich der damals 18-Jährige als Gemüsepacker in einem Kaufhaus ein paar Kronen dazu. Jahre später hatte er einen solchen Nebenverdienst nicht mehr nötig: Bei Celtic kassierte der Torjäger nach der Vertragsverlängerung 1999 angeblich drei Millionen Euro und stieg zum bestbezahlten Spieler der schottischen Liga auf.

Große Summen kann und will der Multi-Millionär bei seinem Heimatclub nicht mehr verdienen. Eigentlich kickt der Fußball-Narr nur noch aus Spaß. Nach langen Wanderjahren will er endlich mehr Zeit für seine Frau Magdalena und seine beiden Kinder haben. «Es gibt Wichtigeres als Fußball», sagt er.

dpa

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