FussballEURO 2008 → Meldung

Van Basten verrät Aufstellung nicht

Lausanne - Marco van Basten lächelt, doch außer großer Zufriedenheit verrät sein Gesicht nichts. Alle Versuche, dem Bondscoach brauchbare Hinweise über die niederländische Aufstellung für das letzte Vorrundenspiel gegen Rumänien zu entlocken, scheiterten kläglich.

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«Wir wollen auch diese Begegnung gewinnen und werden die Spieler aufbieten, von denen wir glauben, dass sie das schaffen. Über die Aufstellung sage ich hier nichts», meinte van Basten vor dem Showdown in der Gruppe C, und fügte selbstbewusst an: «Wir haben 23 A-Nationalspieler.»

Im Dunkeln

Foto: dpa Bild vergrößern

Marco van Basten lässt die Journalisten über die holländische Aufstellung im Dunkeln.

So herrschte auch nach der Abschluss-Pressekonferenz im Olympia-Museum von Lausanne großes Rätselraten darüber, ob er in dem für die «Oranjes» eigentlich bedeutungslosen Spiel eine B-Elf ins Rennen schickt oder weitgehend seiner Stammformation vertraut. Nach den grandiosen Siegen gegen Italien (3:0) und Frankreich (4:1) und dem Einzug ins EM-Viertelfinale verspürt der Gruppensieger keinerlei Druck. «Wir wollen auf dem Level weiterspielen und gehen genauso konzentriert in dieses Match wie in jedes andere», versicherte Stürmerstar Ruud van Nistelrooy. «Das Spiel ist wieder wichtig für das nächste Spiel.»

Auch wenn sich «Oranje» nicht in die Karten schauen ließ, ist mit einem mäßigen Wechselspiel zu rechnen. Vermutlich werden die mit «Gelb» belasteten Nigel de Jong und André Ooijer pausieren. Für sie stehen John Heitinga und Demy de Zeeuw parat. Arjen Robben und Robin van Persie, die gegen Frankreich in der zweiten Hälfte eingewechselten Matchwinner, könnten nach ihren Verletzungen weitere Spielpraxis gebrauchen und das Flügelduo Wesley Sneijder/Dirk Kuyt ersetzen. Aber was heißt überhaupt B-Team? Van Basten hat gerade in der Offensive so viele Weltklasse-Alternativen, dass selbst eine Total-Rotation kaum einen Qualitätsverlust nach sich ziehen würde.

Das sieht auch Cristian Chivu so, der von 1999 bis 2003 für Ajax Amsterdam spielte. «Ich kenne die niederländische Mentalität genau. Vielleicht werden sie ein wenig entspannter an die Sache herangehen. Aber sobald diese Mannschaft auf den Platz geht, will sie auch gewinnen», betonte der rumänische Kapitän und Profi von Inter Mailand.

Statt über die von Italienern und Franzosen befürchtete Wettbewerbs-Verzerrung und die Holland-Aufstellung zu spekulieren, mahnte Chivu die Einstellung der eigenen Elf an. Schließlich habe man es selbst in der Hand, den zweiten Gruppen-Platz erfolgreich zu verteidigen und zum zweiten Mal nach 2000 in ein EM-Viertelfinale einzuziehen. Ein Sieg soll her, denn vom Ausgang der Partie Italien - Frankreich (beide 1 Punkt) will sich Rumänien (2) nicht abhängig machen. Chivu: «Wir vertrauen unseren eigenen Stärken. Wir wollen Holland schlagen, Frankreich und Italien nach Hause schicken.»

Für Banel Nicolita ist es «das wichtigste Spiel unserer Generation», für Paul Codrea wäre ein Erfolg «die Eintrittskarte in die Elite des europäischen Fußballs». Diese Chance will das Team von Victor Piturca mit aller Macht nutzen. Der Trainer hat allerdings Personalsorgen. Mirel Radoi ist verletzt, Innenverteidiger Dorin Goian gesperrt. Sein Ersatz, Sorin Ghionea, war fast ein Jahr außer Gefecht, gab sein Comeback erst im Februar. Im Sturm könnte erstmals der ehemalige Angreifer vom FSV Mainz 05, Daniel Niculae, beginnen.

Abergläubisch sind die Rumänen jedenfalls nicht. Am Montag wechselten sie erstmals bei dieser EM das Quartier und zogen von St. Gallen nach Konolfingen bei Bern ins «Schloss Hüningen Parkhotel» um. Dort haben bereits die Italiener und die Franzosen vor ihren Pleiten gegen die «Elftal» genächtigt.

dpa

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