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Donadoni und Domenech vor dem Aus

Zürich - Der Ton in den Medien wird rauer, der Rückhalt in der Verbandsspitze schwindet - die Tage von Raymond Domenech und Roberto Donadoni auf der Trainerbank der französischen und italienischen Nationalmannschaft scheinen gezählt.

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Nach dem schwachen Start ihrer Teams in das Turnier stehen die Fußball-Lehrer im Kreuzfeuer der Kritik. Im Vorfeld des direkten Duells der beiden «Reizfiguren» in Zürich wurde heftig über deren Ablösung spekuliert. Entnervt reagierte Donadoni auf Gerüchte, wonach Weltmeister Marcello Lippi zur «Squadra Azzurra» zurückkehrt: «Diese Schlagzeilen habe ich erwartet.»

Wackelkandidat

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Roberto Donadoni schaut nachdenklich bei einer Pressekonferenz der italienischen Mannschaft.

Der Blick in den Blätterwald verheißt für Donadoni wenig Gutes. «In Zürich schwebt Lippi über Donadoni», titelte «La Gazzetta dello Sport». «Gebt uns Lippi zurück», forderte «Tuttosport» im Anschluss an die demütigende 0:3-Schlappe des Weltmeisters im ersten EM-Spiel gegen die Niederlande. Gut möglich, dass Lippi diesen Rufen folgt. Der im Anschluss an seinen WM-Triumph von europäischen Top-Clubs umworbene Erfolgscoach hatte bereits vor der EM ein Comeback nicht ausgeschlossen: «Ich würde nur noch Juventus Turin oder die Nationalelf trainieren.»

Donadoni war vom ersten Arbeitstag an ein Trainer auf Abruf. Als ihn der Fußballverband 2006 nach dem Rückzug von Lippi wie ein Kaninchen aus dem Hut zauberte, fragte sich ganz Italien: Wieso Donadoni? Erst wenige Tage vor dem EM-Start wurde dessen Vertrag bis 2010 verlängert. Den darin enthaltenen Passus, der ein Ende der Zusammenarbeit im Falle eines verpassten EM-Halbfinales möglich macht, werteten viele Tifosi als Rausschmiss-Klausel. Donadoni stimmte dennoch zu: «Wenn die EM kein Erfolg wird, stelle ich mein Amt ohnehin zur Verfügung.» Viele Beobachter gehen deshalb davon aus, dass er bei einem vorzeitigen EM-Aus dem Rauswurf mit einem Rücktritt zuvorkommt.

Wie schnell der Ruhm vergangener Tage verblassen kann, bekommt derzeit der französische Nationaltrainer Domenech zu spüren. Nur zwei Jahre nach dem umjubelten WM-Finaleinzug ist der Lorbeer verwelkt. Vor allem das lange Festhalten des eigensinnigen «Sélectionneurs» an in die Jahre gekommenen Routiniers wie Lilian Thuram und Willy Sagnol stößt zunehmend auf Unverständnis. «Es müssen Köpfe rollen», forderte der ehemalige Nationalspieler Emmanuel Petit in martialischen und auf die französische Revolution anspielenden Worten.

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt die Beziehung des Trainers zur Sportmoderatorin Estelle Denis, die für den Privatsender «M6» arbeitet. Angebliche Exklusiv-Informationen von Domenech für «M6» verärgerten sowohl vor als auch während der EM viele französische Medienvertreter. Sie verspüren deshalb wenig Lust, den umstrittenen Coach zu protegieren. Im Gegenteil: Immer häufiger wird Didier Deschamps, Kapitän des Weltmeisters von 1998, als Nachfolger gehandelt.

dpa

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