Freitag, 20. Juni 2008 / 11:28 Uhr
Basel - Der neue Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hätte vor dem nach seiner Berufung entstandenen Erwartungen unter den Eidgenossen fast wieder kapituliert.
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«Die Erwartungen sind tatsächlich riesig und gar nicht zu erfüllen», erklärte der 59 Jahre alte bisherige Bayern München-Chefcoach dem Schweizer «Sportmagazin». Gestört habe ihn vor allem, als neuer «Messias» des Schweizer Fußballs angesehen zu werden. «Ich sage Ihnen ganz offen, als ich die Messias-Schlagzeile las, war ich drauf und dran, alles hinzuschmeißen und den Job als Nationaltrainer gar nicht anzutreten», sagte Hitzfeld. «Etwas, das künstlich so aufgeblasen wird, hat keine Zukunft, weil es ganz schnell platzt.»
Als Heilsbringer bezeichnet zu werden, empfinde er auch respektlos gegenüber Jakob «Köbi» Kuhn, der offiziell noch bis zum 1. Juli im Amt ist. «Ich bin ein erfolgreicher Trainer, der 25 Titel gewonnen hat, aber doch kein Messias», stellte Hitzfeld fest. «Mich so zu nennen, ist wie eine Ohrfeige für Köbi Kuhn und die Leute im Fußballverband, die seit Jahren da großartige Arbeit leisten.» Mit Kuhn war die Schweiz bei der Heim-EM in der Vorrunde nach Niederlagen gegen Tschechien und der Türkei ausgeschieden.
«Ich werde den Weg weitergehen, den Köbi Kuhn eingeschlagen und geebnet hat. Es wird keine Revolution geben», kündigte Hitzfeld an. Nächstes Ziel der Schweiz ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. «Haben wir das geschafft, werden wir uns das nächste maximale Ziel setzen, den Weltmeistertitel», sagte er. «Auch wenn der wenig realistisch ist, müssen wir uns daran halten.»
Der im Grenzort Lörrach aufgewachsene und im schweizerischen Engelsberg lebende Fußballlehrer schließt eine Rückkehr zu einem Verein für die Zukunft aus. «Meine Karriere als Clubtrainer ist vorbei. Die Arbeit in der Schweiz wird eine andere sein, eine große Herausforderung, die mich mit Stolz und Ehre erfüllt», sagte Hitzfeld. Angst, den Ruf als Erfolgstrainer als Nationalcoach zu verlieren hat er nicht. Mein Ruf steht bereits», meinte er. «Aber klar gehe ich Risiken ein, ganz getreu meinem Motto: Wer nichts wagt, kann nichts gewinnen.»
dpa
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