FussballEURO 2008 → Meldung

Notizen aus dem deutschen EM-Quartier

Bei der Pressekonferenz am Montag in Tenero gaben Per Mertesacker und Lukas Podolski ein ungleiches Paar ab. Der besonnene Mertesacker saß aufrecht wie der Musterschüler, Poldi gab den Klassenclown und lümmelte in seinem Stuhl herum.

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Ständig scherzte er herum, versuchte DFB-Mediendirektor Harald Stenger von der Arbeit abzulenken und wurde von diesem sogar in die Seite geknufft. Mehrfach stellte Podolski Stenger per Knopfdruck auch das Mikro ab - beim Bundestrainer traute sich der Stürmer das nicht. Zu groß war der Respekt vor Oberstudienrat Joachim Löw.

Scherzkeks

Foto: dpa Bild vergrößern

Lukas Podolski alberte auf der DFB-Pressekonferenz in Tenero herum.

Neue Zeiten, neue Sitten. Nach einer Trainingseinheit mit der Nationalmannschaft musste das auch Teammanager Oliver Bierhoff erkennen. «Letztens habe ich mal mittrainiert und danach meine Sachen wie früher auf einen Haufen geschmissen. Da kam Torsten Frings und hat gesagt: 'So geht das nicht. Hosen, Stutzen, Trikots: alles trennen'», berichtete Bierhoff in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Die Mannschaft habe «für sich eine Disziplin entwickelt, aus Respekt gegenüber den Betreuern. Das hat mich begeistert.»

Die Super-Zeitlupen der EM begeistern die Fans, Papa Ballack war dagegen etwas überrascht von seinem Michael. Denn nach dem 1:0-Hammertor vom deutschen Kapitän gegen Österreich griff der Vater zum Telefon. «Bei diesen Super-Zeitlupen erschrickt man ja selbst manchmal, wenn man sich sieht. Mein Vater hat mich auch angerufen und nachgefragt», erzählte Michael Ballack jetzt. «Das wirkt natürlich in dieser Nahaufnahme sehr angespannt, und es war tatsächlich so, dass ich da viel reingelegt habe.»

Yoga ist beim Nationalteam ein Thema. Arne Friedrich suchte eine solche Entspannungsstunde kürzlich zum ersten Mal auf. Andere nutzten das Angebot von Patrick Broome schon häufiger. «Also die Abwehrreihe inklusive Torhüter Jens Lehmann ist sehr talentiert und sehr fleißig dabei», sagte der Mentalguru in der «Münchner Abendzeitung» und warnte vor übertriebenem Eifer. «Den Sonnengruß 108 Mal zu wiederholen, wäre kontraproduktiv. Das wäre vor allem für den unteren Rücken der Spieler gefährlich.»

dpa

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