Dienstag, 24. Juni 2008 / 12:07 Uhr
Berlin - Tülin Duman spielt Fußball, seitdem sie drei Jahre alt ist. Mit ihrem älteren Bruder und den Nachbarskindern kickte die Deutsch-Türkin damals auf der Straße vor dem Haus im nordrhein-westfälischen Siegen.
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«Fußball bewegt und verbindet die Massen», sagt die 30-Jährige, «man braucht dafür nicht mal ein Tor oder Schuhe. Man geht einfach raus, kickt zusammen und findet sofort Freunde.» Und so hinderte auch ein Pharmazie-Studium die kleine, sportliche Frau mit den dunklen Locken nicht daran, ihrer wahren Leidenschaft nachzugehen: Vor knapp drei Jahren gründete sie ihren eigenen kleinen Fußball-Laden in Berlin-Kreuzberg.
Seitdem steckt sie ihre gesamte freie Zeit und ihr Herzblut in das Geschäft mit Namen «Goal - eine Welt für Fußball». Zu ihren Kunden zählen deutsche und türkische Fußballfreunde, auf Fan-Artikel von bestimmten Vereinen verzichtet sie.
Die 60 Quadratmeter des Ladens hat Duman wie ein Fußball-Stadion gestaltet. Auf dem Boden liegt grüner Kunstrasen mit weißen Spielfeldlinien, neben der Kasse ist ein kleines Tor, und die Zimmerdecke zeigt einen Himmel mit Wolken. Zwischen Rasen und Himmel gibt es alles, was das Fußballerherz begehrt: Bücher, Trikots und Spiele, aber auch Fußballfieberpillen, Mauspads und Heizkissen im Fußball-Look oder fair gehandelte Bälle.
Für Duman ging mit dem Laden ein Kindheitstraum in Erfüllung. Sie wollte endlich «etwas Eigenes» haben. Nach ihrem Halbtagsjob in der Gesundheitsförderung steht sie daher von mittags bis abends hinter der Theke in Kreuzberg, bestellt Waren, verkauft und koordiniert. Vor allem aber will sie hier Menschen zusammenbringen: «Oft helfe ich Leuten, die einen Verein für ihr Kind suchen oder helfe Lehrern, die etwas zum Thema Fußball für ihre Klassen auf die Beine stellen wollen.»
Ihre Eltern stammen aus der türkischen Stadt Antakya an der syrischen Grenze. Daher spricht Duman neben Deutsch auch Türkisch und ein wenig Arabisch. Für das EM-Halbfinale am Mittwoch drückt Duman aber der deutschen Elf die Daumen: «Ich würde mich freuen, wenn sie gewinnen, denn sie haben es verdient.» Auch wenn viele ihrer Freunde entsetzt seien, dass sie nicht den Türken die Treue hält, sagt sie: «Bisher konnten die Türken mich noch nicht mit ihrem Spiel begeistern. Und es soll ja um die fußballerische Leistung gehen.»
Mit ihren blauen Turnschuhen lässt sie ein wenig den Ball tanzen. «Ich komme leider selten zum Spielen, aber eigentlich kann ich es - und gut sogar», sagt sie. Nebenbei erwähnt sie, Anhänger des 1. FC Köln zu sein. Außerdem hängt an der Wand eine große Uhr von Fenerbahce Istanbul.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
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