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DFB-Chefscout warnt vor Türken-Poker

Tenero - DFB-Chefscout Urs Siegenthaler rechnet mit einem deutlich schwereren EM-Halbfinal-Gegner als von vielen erwartet. «Die Mannschaft ist unangenehm, weil sie nicht so auszurechnen ist», erklärte der Schweizer in Tenero.

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Der Chefscout warnte vor den Türken: «Das wird ein schwieriger Gegner sein, vielleicht sogar schwieriger zu spielen als die ganz großen Namen wie Frankreich, Holland oder Portugal.» Siegenthaler ist beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bei der laufenden Europameisterschaft als Spion unterwegs. Öffentlich hatte der ehemalige Schweizer Nationalspieler bisher alle Interview-Wünsche abgelehnt.

Spione

Foto: dpa Bild vergrößern

Joachim Löw und Chefscout Urs Siegenthaler bei der Partie Niederlande - Russland.

Im verbandsinternen «DFB.TV» warnte Siegenthaler nun vor einem möglichen Aufstellungs-Poker beim Rivalen Türkei. Dessen Trainer Fatih Terim hatte neben den vier gesperrten Akteuren in den vergangenen Tagen noch bis zu fünf Spieler verletzt gemeldet. «Da sind nur noch 14 Mann, die möchten das Halbfinale am liebsten erst in einem Monat machen. Das machen die ein bisschen absichtlich, das gehört zum Understatement. Ich bin überzeugt, es spielen außer den Gesperrten fast alle mit», sagte Siegenthaler, der zu den engsten Vertrauten von Bundestrainer Joachim Löw gehört.

Der 60-Jährige war beim 3:2-Viertelfinal-Sieg gegen Portugal der einzige aus dem DFB-Stab, der in Basel mit dem gesperrten Löw in die gläserne VIP-Box durfte. 30 Millionen TV-Zuschauer sahen nach dem geglückten Halbfinal-Einzug, wie sich Siegenthaler und Löw kräftig herzten. «Er schaut aus der Vogelperspektive mit Adleraugen, was sich im Weltfußball tut», hatte Löw einmal über Siegenthaler gesagt.

Nun glaubt der Scout auch an das Finale von Wien am Sonntag. «Als Mitglied des Trainerteams schätze ich die Chancen natürlich als groß ein», sagte Siegenthaler, der den ungebrochenen Siegeswillen als größte Stärke der Türken einstufte. «Unbestritten, diese Moral, das bringt nicht jede Mannschaft mit. Das ist eine Kopfsache, wenn man daran glaubt.» Als weitere Erkenntnis seiner Beobachtungen führte er an: «Von den Türken wissen wir, dass sie 140 Minuten rennen, wenn es sein muss.»

dpa

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