FussballEURO 2008 → Meldung

Löws Heimatort drückt fürs EM-Finale die Daumen

Schönau - Peter «Pit» Löw hatte keine Zeit zum Jubeln: Der Bruder des Bundestrainers musste in seinem Heimatort Schönau im Schwarzwald am Zapfhahn stehen, als Joachim «Jogi» Löw im 40 Kilometer entfernten Basel den Einzug der deutschen Mannschaft ins Finale der EM feierte.

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«Ganz Schönau drückt dem Jogi die Daumen», sagt Bernhard Seger. Schönaus Bürgermeister verfolgte mit 300 anderen Fußballfans das Halbfinalspiel der EM in der Stadiongaststätte auf einer Großbildleinwand. Er bejubelte Löws Erfolg. Die 2500 Einwohner zählende Gemeinde im Schwarzwald, in der Löw geboren und aufgewachsen ist, sei stolz auf den Bundestrainer. «Wir haben immer an ihn geglaubt. Auch als es eng wurde», sagt Seger.

Schönau

Foto: dpa Bild vergrößern

Einwohner der Schwarzwaldgemeinde Schönau mit EM-Wünschen für den Bundestrainer.

«Der Jogi ist ein Siegertyp», sagt Ronny vom örtlichen Schreibwarenladen. «Und er ist Schönau immer treu geblieben.» Zwar wohnt Löw inzwischen in Freiburg, in Schönau ist er aber immer wieder präsent. Zudem lebt seine Familie hier. Als der örtliche Fußballclub am vergangenen Wochenende in die Bezirksliga aufstieg, meldete sich Löw aus dem Hotel der Nationalmannschaft und gratulierte per SMS. Und auch zur Stadioneröffnung im vergangenen Jahr war er da.

Löws älterer Bruder Peter, der die Stadiongaststätte betreibt, ist von den Medien während der EM zwar zum gefragten Mann geworden. Doch der 43-Jährige will nichts sagen. Weder über sich, noch über seinen prominenten Bruder. Bei den Fanfesten in seiner Gaststätte bleibt er im Hintergrund, Interviews und Fotos lehnt er ab. Die Stadiongaststätte von Schönau, die von ihm betrieben wird, dient während der EM als Treffpunkt der örtlichen Fußballfans. Zum Finale am Sonntag hat sie wieder geöffnet.

«Wir profitieren zwar von Jogis Prominenz und seinem Erfolg», sagt der Bürgermeister. «Wir wollen dem Jogi aber auch die Möglichkeit des Rückzugs und der Ruhe geben.» Einen öffentlichen Empfang für Löw oder eine Ehrung werde es nach der EM in Schönau daher nicht geben. «Der Jogi will das nicht», sagt Seger. Die Schönauer würden dies akzeptieren. «Wir lieben den Jogi, weil er trotz seiner Karriere so bodenständig und bescheiden geblieben ist. Er ist immer noch einer von uns.»

Von der Arbeit des Bundestrainers sind die Schönauer überzeugt. «Er meistert seine Aufgabe mit Bravour», sagt Wolfgang Keller. Der 64-Jährige hat Löw trainiert, als dieser von 1968 bis 1973 beim FC Schönau spielte. «Er war ein Klassespieler», sagt Keller, der heute als Jugendleiter des Fußball-Zweitligisten SC Freiburg arbeitet. «Und jetzt ist er ein toller Trainer.»

dpa

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