Samstag, 28. Juni 2008 / 20:32 Uhr
Wien - Die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz wird mit einem Novum zu Ende gehen. Als erster Schiedsrichter der EM-Geschichte eröffnet und beendet Roberto Rosetti das Turnier.
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Nach dem Auftaktspiel zwischen der Schweiz und Tschechien (0:1) pfeift der Italiener auch das Finale zwischen Deutschland und Spanien. «Das ist eine große Freude und Ehre», sagte der Krankenhaus-Direktor aus Turin vor der Partie im Wiener Ernst Happel-Stadion.
Sein Finaleinsatz sei einer der wichtigsten Momente seines Lebens. «Schiedsrichter sein ist meine große Leidenschaft», sagte der 40- Jährige, der sich zu Italiens neuem Star-Schiedsrichter und zu einem der besten Unparteiischen der Welt hochgearbeitet hat. Rosetti begann seine Karriere im Profifußball 1997. Seit 2003 pfeift er als FIFA-Schiedsrichter international. Als einziger italienischer Unparteiischer bei der WM 2006 in Deutschland stellte er mit vier Einsätzen gleich einen Landesrekord auf.
Einen Tag vor dem Final-Einsatz sprach sich Rosetti gegen Zeitlupenwiederholungen kontroverser Szenen auf den Video-Leinwänden in den Stadien aus. Fans könnten dadurch emotional überreagieren. «Es ist nicht schön, wenn solche strittigen Szenen gezeigt werden. Das kann gefährlich werden», sagte er. Die Profis sollten sich immer respektvoll verhalten. «Ich bin davon überzeugt, dass die Spieler für viele junge Menschen Helden sind. Sie sind Ikonen. Ihr Verhalten ist sehr wichtig für Millionen.»
Bei der EM leitete er nach der Auftaktpartie das Spiel zwischen Griechenland und Russland (0:1) sowie das brisante Viertelfinale zwischen Kroatien und der Türkei (1:3 im Elfmeterschießen). «Er hat sich das Finale mit hervorragenden Leistungen verdient», gratulierte der frühere Star-Referee Pierluigi Collina. Italiens Schiedsrichter-Koordinator wertete die Berufung Rosettis auch als Ausdruck der neuen «Glaubwürdigkeit des italienischen Schiedsrichterwesens».
Die hatte durch den Liga-Skandal in Italien mächtig gelitten. Der mittlerweile verurteilte Ex-Manager von Juventus Turin, Luciano Moggi, hatte systematisch Schiedsrichter manipuliert. Rosetti gehörte jedoch zu den Saubermännern. «Rosettis Berufung ist ein Signal an Italien», sagte UEFA-Präsident Michel Platini. Und für die deutsche Elf ist sie ein gutes Omen: Als zuletzt in Pierluigi Pairetto ein Italiener 1996 ein EM-Finale leitete, wurde Deutschland gegen Tschechien Europameister.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jean-Paul Sartre: Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.
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