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Fabregas soll Spanien auf den Fußball-Thon führen

Wien - Bei Arsenal London ist er Leistungsträger, bei Spaniens Himmelsstürmern bisher nur «Edelreservist». Wohl dem, der einen hochbegabten Fußballer wie Francesc Fabregas Soler in seinen Reihen hat und es sich leisten kann, ihn bei der EM bisher nur sporadisch einzusetzen.

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Doch im mit Spannung erwarteten Finale an diesen Sonntag (20.45 Uhr) in Wien gegen Deutschland könnte die große Stunde des 21 Jahre alte Jungstars schlagen: Cesc Fabregas soll in der «Seleccion» den verletzten Top-Torjäger David Villa ersetzen.

Hoffnungsträger

Foto: dpa Bild vergrößern

Cesc Fabregas schreibt Autogramme am Rande eines Trainings.

Zwar gab es auch am Abend vor dem Spiel noch Spekulationen, der mit vier Toren bei der EM bislang erfolgreichste Stürmer könne nach einer «Wunderheilung» womöglich doch auflaufen. Aber Trainer Luis Aragonés signalisierte, dass er kaum noch Hoffnungen hat. Villa laboriert an einem «kleinen Riss in der Muskulatur des rechten Oberschenkels».

Die Nachricht, dass auf der Gegenseite Michael Ballack womöglich ausfällt, interessierte natürlich auch die Spanier. Abwehrchef Carles Puyol drückte dem deutschen Kapitän sogar die Daumen, dass er rechtzeitig fit wird. «Ich bin Fußballer. Es würde mir sehr leidtun, wenn er bei so einem Spiel nicht dabei wäre.» Aragonés nannte Ballack einen «ausgezeichneten Spieler. «Aber derjenige, der ihn ersetzt, wird versuchen, noch mehr geben.» Besonderen Respekt flößt dem Coach die körperliche Überlegenheit der Deutschen ein. «Sie sind sehr groß. Das könnte uns Probleme bei hohen Bällen machen. Aber eine Leiter mitzunehmen, wird nicht gehen.»

Die Euphorie der Spanier ist so groß wie die Zuversicht, nach 44 Jahren endlich wieder einen großen Titel zu gewinnen. Torhüter Iker Casillas erklärte die Mission sogar zur nationalen Ehrensache: «Ich fühle mich verantwortlich für 44 Millionen Spanier.» Und auch der Trainer hob die große Bedeutung der Partie hervor: ««Der Zweite wird schnell vergessen. Fast zu siegen, ist nicht genug. Wir müssen gewinnen.»

Dass Aragonés seinem «12. Stammspieler» Fabregas vertrauen kann, bewies dieser eindrucksvoll. Lediglich im unbedeutenden dritten Gruppenspiel gegen Griechenland stand der Offensiv-Künstler in der bislang in der Startelf, in den übrigen vier EM-Partien durfte er erst später eingreifen. Aber wie: Im Viertelfinale gegen Italien verwandelte der 21-Jährige nervenstark den entscheidenden Ball im Elfmeterschießen. Gegen Russland, als er Villa bereits nach 35 Minuten ersetzen musste, riss Fabregas die Partie sofort an sich.

«Unser Spiel hat sich mit ihm verändert. Wir standen mit fünf Mittelfeldspielern kompakter und konnten besser unser schnelles Kurzpassspiel aufziehen. Dank der Präsenz von Fabregas hatten wir den Gegner unter Kontrolle», lobte Aragonés. In der 73. Minute leitete die Nummer 10 den Ball direkt zum 2:0-Torschützen, dem ebenfalls eingewechselten Daniel Güiza weiter. Und auch den dritten Treffer bereitete Fabregas genial vor. Er selbst fühlt sich ohnehin nicht als fünftes Rad am Wagen. «Ich sehe mich nicht als Reservisten, sondern als gleichwertigen Teil dieses Teams.»

Es gilt als sicher, dass Aragonés dem Supertalent, das 2003 aus der Jugend des FC Barcelona nach London wechselte und in der Vorsaison bei Arsenal den Durchbruch schaffte, auch gegen die DFB-Elf vertraut. Auch wenn er es der Öffentlichkeit noch nicht verriet. «Er ist ein wichtiger Spieler. Aber es gibt auch andere Optionen.»

Nachdem Fabregas sich im Vorjahr unglaublich positiv entwickelte, verglich sein Clubcoach Arsène Wenger ihn schon mit Frankreichs früherem Ballvirtuosen Michel Platini. Wie der jetzige UEFA-Präsident agiert Fabregas nicht nur als Denker und Lenker. Auch seine Abschlussschwäche hat er erfolgreich bekämpft. In der abgelaufenen Premier-League-Saison gelangen ihm sieben Tore, in der Champions League traf er sechsmal.

Sollte der Katalane auch im Finale die Akzente setzen und seine Elf auf Europas Thron führen, wäre nicht nur König Juan Carlos, der das Endspiel zusammen mit Königin Sofía im Ernst-Happel-Stadion erleben wird, entzückt. Ein Platz in Spaniens Fußball-Historie wäre Fabregas sicher. Noch denkt der Jungprofi nicht darüber nach. «Wir wollen den Moment genießen, wie die Kinder, die im Park spielen.»

dpa

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