Mittwoch, 2. Juli 2008 / 20:04 Uhr
Tel Aviv - Begeisterte Fans des israelischen Fußball-Clubs Maccabi Netanja haben beim ersten Training mit Lothar Matthäus das Spielfeld gestürmt. Die Übungseinheit musste sogar für eine Weile unterbrochen werden, teilte der Club auf seiner Internetseite mit.
anzeige
Die Anhänger hätten im Wingate-Sportcenter Club-Lieder gesungen und den ersten deutschen Fußball-Trainer in der Geschichte Israels auf Schultern getragen. «So etwas habe ich noch nie gesehen», wurde Matthäus zitiert, der sich erfreut über den herzlichen Empfang zeigte. Nach einer Nacht in einer Hotelsuite in Netanja hatte sich der 47 Jahre alte deutsche Rekord-Nationalspieler mit Club-Oberen getroffen, sagte Netanja-Sprecher Izik Genisch am Mittwoch.
Bereits bei seiner Ankunft am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv hatten begeisterte Fans Matthäus, der einen Vertrag bis 2010 unterschrieben hat, am Vortag einen herzlichen Empfang bereitet. Sie hängten ihm einen Schal in den Vereinsfarben schwarz-gelb um und überreichten ihm die Nachbildung eines goldenen WM-Pokals. «Wir wollen die Meisterschaft», skandierten die Maccabi-Getreuen.
Israelische Zeitungen berichteten auf den Sportseiten ausführlich über die Matthäus-Ankunft. Einen Bericht der Zeitung «Haaretz», wonach Matthäus künftig nicht mehr auf den zu Jahresbeginn vom Bundesligisten FC Energie Cottbus gekommenen Francis Kioyo setzen will, bezeichnete Genisch als «reine Spekulation». Und ergänzte: «Matthäus wird die fünf ausländischen Spieler prüfen und dann entscheiden, ob er einen, zwei oder drei auswechseln will.» Erstes Ziel sei es, «den Club voranzubringen». Man hoffe dabei auf eine Qualifikation des Tabellenzweiten in Israel für den UEFA-Pokal- Wettbewerb. Matthäus sagte, er wolle für den Erfolg hart arbeiten.
Für Clubchef Daniel Jammer ist der Deutsche «unser nächster Adrenalinstoß», so der Frankfurter Geschäftsmann zur Tageszeitung «Die Welt». Um Erfolge zu erreichen, dürfe sich der Chefcoach «zwei bis drei neue Spieler aussuchen». Jammer betonte zudem, er wisse sehr wohl, dass Maccabi Netanja für Matthäus nur «eine Zwischenstation» sei. «Wenn er die Möglichkeit bekommt, bei einem großen Club anzudocken, werde ich sie ihm nicht nehmen». Auch bei einer politischen oder kriegerischen Zuspitzung könne Matthäus das Land natürlich verlassen: «Wenn sich jemand in Gefahr fühlt, muss jeder Mensch frei entscheiden können, was er machen will.»
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Frank Pagelsdorf: Wir werden nur noch Einzelgespräche führen, damit sich keiner verletzt.
Kommentar schreiben