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Ballacks EM-Erkenntnis: «Uns fehlt noch viel»

Berlin - Christoph Metzelder entwöhnt sich vom «großen Kinderferienlager», «Capitano» Michael Ballack fiebert seiner Hochzeit entgegen, und der DFB plant schon das nächste Sommer-Abenteuer.

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Noch immer fahnden die Protagonisten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach den Gründen für den Final-Absturz von Wien und suchen zugleich ihren fast vergessenen Alltag. Das Team habe im EM-Turnier dem selbst auferlegten Favoriten-Druck standgehalten, sagte der 31 Jahre alte Ballack in einem Interview mit dem «Stern». Allerdings habe man gegen Spanien gesehen, «dass uns noch viel fehlt». Aufgeben aber werde er im Kampf um seinen ersten großen internationalen Titel nicht: «Es fehlte bisher nur ein Quäntchen - warum sollte es mich nicht auch irgendwann treffen?»

Aufrecht

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Michael Ballack zieht ein ehrliches EM-Fazit.

Franz Beckenbauer sieht eine gute Grundlage für den erneuten Titel-Angriff bei der WM 2010 in Südafrika: «Wir haben eine ausgeglichene Mannschaft mit einem überragenden Ballack. Alle anderen sind austauschbar. Das ist nicht abwertend gemeint, das spricht für den Kader», sagte der «Kaiser» in der «Sport Bild». Es gebe keine Schwachpunkte, «es passt alles». Ballack selbst, der zum zehnten Mal in seiner Karriere nur einen Vize-Titel gewonnen hatte, räumte Defizite besonders beim 0:1 im Endspiel dagegen klar ein: «Als wir nicht mehr die Kraft und Wucht hatten, merkte man, dass wir technisch und taktisch einiges zu lernen haben.»

Abwehrchef Metzelder warnte in Interviews mit mehreren Berliner Zeitungen vor möglichen Nachwehen der EM: «Die Kunst ist es, nach so einem erfolgreichen Turnier direkt wieder da zu sein. 2010 will ich Weltmeister werden.» Das große Loch und die große Müdigkeit würden erst in einigen Tagen kommen: «Wenn wochenlang alles organisiert wird, dann weiß man gar nicht mehr, was man plötzlich ohne Tagesplan machen soll.» Es fühle sich schon komisch an, «denn die Zeit mit der Nationalmannschaft war wie ein großes Kinderferienlager.»

Bundestrainer Joachim Löw hat neben der erfolgreichen WM- Qualifikation unter anderen gegen die bei der EM stark auftrumpfenden Russen die Weiterentwicklung der Mannschaft als Ziel ausgegeben. Dazu will der 48-jährige Badener auch eine Sommer-Tournee 2009 nutzen, die nach China und Australien gehen soll. Entsprechende Pläne bestätigte DFB-Mediendirektor Harald Stenger: «Die Gespräche laufen, Details müssen noch geklärt werden.» Die acht- bis zehntägige Reise mit zwei Länderspielen soll nach dem letzten Bundesliga-Spieltag am 23. Mai starten. Löw würde auf Spieler der beiden Pokalfinalisten verzichten, die am 30. Mai das nationale Cup-Endspiel bestreiten. Für den Confederations Cup im Sommer 2009 hatte sich Deutschland als Vize-Europameister nicht qualifiziert.

Das erste Länderspiel der neuen Saison ist am 20. August in Nürnberg gegen Belgien angesetzt, der DFB sieht die Austragung wegen des laufenden Verfahrens des Bundeskartellamts aber noch immer in Gefahr. «Es gibt keinen neuen Stand», berichtete Verbands-Sprecher Stenger. Das Kartellamt hatte wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen des DFB mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

DFB-Präsident Theo Zwanziger, der wie andere Funktionäre bei negativem Ausgang des Verfahrens möglicherweise auch privat haftbar gemacht werden könnte, hatte wegen der Rechtsunsicherheit eine Absage des Länderspiels gegen Belgien und des Abschiedsspiels für Oliver Kahn am 2. September in München in Aussicht gestellt. Die Geldbußen für den Verband könnten auf Grundlage des Jahresumsatzes von rund 80 Millionen Euro bis zu acht Millionen Euro betragen. Die WM- Qualifikation, die offiziell vom Weltverband FIFA ausgerichtet wird, ist von dem Rechtsstreit nicht betroffen.

dpa

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