Mittwoch, 9. Juli 2008 / 14:15 Uhr
Johannesburg - Zwei Jahre vor dem Anpfiff zur Fußball- Weltmeisterschaft in Südafrika haben die Gastgeber die Notbremse gezogen.
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Um eine Blamage bei der Generalprobe - dem Confederations Cup 2009 - zu vermeiden, hat das Nationale Organisationskomitee (NOK) mit Port Elizabeth den einzigen Standort mit einem Stadion-Neubau gekippt. Die Entscheidung für nur noch vier Confed-Cup-Standorte fiel auf einem Vorstandstreffen. Das NOK betonte zudem, der Stadionbau für die WM werde den Kap-Staat mit drei Milliarden Rand (245 Mio. Euro) ein Drittel mehr als erwartet kosten.
«Wir denken, dass das realistisch ist, doch es könnte auch noch 10 Prozent höher liegen», sagte NOK-Chef Danny Jordaan. Die Gesamtkosten für die fünf neuen und fünf modernisierten WM-Stadien könnten mehr als 13 Milliarden Rand betragen. Zunächst hatte die Regierung mit 6,7 Milliarden gerechnet. Als Hauptursachen gelten die gestiegenen Kosten für Baumaterial sowie die höheren Transport- und Importkosten.
Die erhebliche Verzögerung beim Neubau des Nelson-Mandela-Bay- Stadions hatte den Organisatoren bereits im Mai die Rote Karte des Weltfußball-Verbandes FIFA eingebracht. Die Stadt zeigte sich dennoch am Mittwoch überrascht und schockiert. Vize-Bürgermeister Bicks Ndoni betonte, dass das Stadion bis März 2009 fristgerecht fertiggestellt sei. «Wir können nur vermuten, dass die Entscheidung aus anderen als technischen Gründen getroffen wurde», betonte Ndoni.
NOK-Chef Irvin Khoza hatte dagegen betont, die Arbeiten seien zu weit hinter dem Zeitplan zurück. Vor allem bereite die Fertigstellung des Daches Probleme. Die Frist bis zum 30. März 2009 könne nicht eingehalten werden: Allenfalls Anfang oder gar Ende Mai - vier Wochen vor Start des Confed Cups - sei mit der Fertigstellung zu rechnen. Khoza warnte zudem, auch andere Städte müssten mit einer Streichung rechnen, sollte die Modernisierung ihrer Arenen sich arg verzögern.
Das NOK reagierte damit auf die deutliche Warnung von FIFA-Chef Joseph Blatter. Der Schweizer hatte betont, der Confed Cup 2009 werde der Moment der Wahrheit für die erste Fußball-WM in Afrika. Sollte die WM-Generalprobe misslingen, könnten doch noch Alternativpläne aus der Schublade geholt werden. FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke versuchte, die Bedeutung der Worte herunterzuspielen, mahnte aber, dass die Zeit dränge: «Egal, wo wir die WM durchführen: Es wird immer Fragen zur Eignung des Landes geben, ob es so ein Ereignis ausrichten kann. Wir erwarten die gleichen Fragen, wenn Brasilien 2014 die WM organisieren wird. Und wir sind zuversichtlich, dass Südafrika die Eignung für die Organisierung einer erfolgreichen WM hat.»
Valcke fordert auch mehr Anstrengungen des WM-Gastgebers zur Selbstvermarktung: «Südafrika sollte nun Informationen in die Welt aussenden, was man von diesem Land während des Confederations Cups und der WM erwarten kann», sagte er in Johannesburg. Wenn man die Informationskampagne erst nach dem Confed Cup starte, sei es zu spät.
dpa
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