Freitag, 11. Juli 2008 / 11:42 Uhr
Barcelona - Mit dem Rücktritt von acht der 17 Mitglieder des Vorstands hat sich die Führungskrise beim spanischen Traditionsclub FC Barcelona zugespitzt. Der nach zwei Jahren ohne Titelgewinn massiv in die Kritik geratene Präsident Joan Laporta will aber trotzdem im Amt bleiben.
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Der 46-Jährige erklärte sich nach Presseberichten jedoch bereit, sein Amt auf einer neuen Mitgliederversammlung nach Beginn der Meisterschaft im September zur Verfügung zu stellen. Sollte er bei der dann fälligen Abstimmung unterliegen, werde er seinen Hut nehmen. «Ich werde aber das Vertrauen der Mitglieder zurückgewinnen», erklärte er selbstbewusst.
Die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder, darunter drei der fünf Vizepräsidenten, forderten Laporta in einer siebenstündigen Krisensitzung ebenfalls zum Rücktritt auf. Er habe dies aber abgelehnt, um ein Machtvakuum zu verhindern. «Mein Abgang würde nur zu mehr Spannungen führen», sagte er. Seine Aufgabe sei es, für Stabilität und «sozialen Frieden» zu sorgen. Laportas Amtszeit läuft noch bis 2010. Seine Kritiker warfen ihm vor, an seinem Stuhl zu kleben und lediglich auf Zeit zu spielen. Er hoffe anscheinend, mit einem spektakulären Spielereinkauf oder guten Resultaten zu Beginn der Meisterschaft das Blatt noch wenden zu können.
Bereits am 6. Juli war der Präsident des 18-maligen spanischen Fußballmeisters von den Mitgliedern abgestraft worden. Laporta überstand nur knapp ein Misstrauensvotum, das vereinsinterne Widersacher gegen ihn eingebracht hatten. 60 Prozent der Mitglieder des Clubs sprachen sich für Neuwahlen aus, für einen Verbleib des 46- Jährigen votierten nur knapp 38 Prozent. Um Laporta zu stürzen, wäre eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen.
Der 46 Jahre alte Jurist steht seit fünf Jahren an der Spitze des katalanischen Vereins. In seiner Amtszeit wurde Barça 2005 und 2006 spanischer Meister und gewann 2006 auch die Champions League. In der abgelaufenen Saison war er nach dem verpassten Titel und dem vorzeitigen Aus in der Champions League zunehmend in die Kritik geraten. Seine Widersacher werfen ihm vor, die Krise bei Barça nicht energisch genug angepackt zu haben.
dpa
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