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Lingor plant goldenes Happy End

München - Weltmeisterin Renate Lingor feiert gegen England ihr ersehntes Comeback - für gleich sieben Teamkolleginnen wird der Härtetest in Unterhaching dagegen schon zum bitteren Abschied vom olympischen Fußball-Traum.

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Nach dem letzten Heimspiel der deutschen Weltmeisterinnen vor der Abreise nach Peking muss Bundestrainerin Silvia Neid zum großen Streichkonzert schreiten und den noch 25-köpfigen Olympia-Kader auf 18 Glückliche reduzieren. «Der Abend nach dem Spiel wird für uns alle unangenehm werden», sagte die gesetzte Torhüterin Nadine Angerer voraus. Auch Neid erwartet «schwierige Vier-Augen-Gespräche», die aber zu ihrem Job dazugehörten: «Wer führen will, muss auch verletzen können.»

Am Ball

Foto: dpa Bild vergrößern

Nationalspielerin Renate Lingor bei einem Länderspiel 2007.

Keine Angst mehr um ihr Peking-Ticket muss Renate Lingor haben, obwohl die Spielmacherin vom 1. FFC Frankfurt nach einer am 19. April im DFB-Pokal-Finale erlittenen Schultereckgelenks-Sprengung lange um ihre Olympia-Teilnahme bangen musste. Neids Freifahrtschein noch vor dem England-Spiel «ehre» sie. «Ich war überrascht», bekannte die 32-Jährige. «Es ist eine sehr große Erleichterung. Ich habe hart dafür gearbeitet.»

Die 141-malige Nationalspielerin fühlt sich körperlich fit wie nie zuvor, Olympia soll der krönende Schlusspunkt ihrer Karriere werden. «Ich möchte nicht nur dabei sein, ich möchte eines meiner besten Turniere spielen», kündigte sie vor ihrem letzten Länderspiel auf deutschem Boden an. Lingor träumt von einem Happy End in Gold: «Die ganze Saison ist sehr unglücklich verlaufen, mit vielen Rückschlägen. So will man eine Karriere nicht beenden. Ich wollte das Ziel Olympia unbedingt erreichen.»

Neid bezeichnete die Mittelfeldspielerin als «Waffe» im deutschen Spiel. Andere sind Wackelkandidaten für Peking: Neben den Nachwuchs- Torhüterinnen Alisa Vetterlein (VfL Sindelfingen) und Lisa Weiß (Essen-Schönebeck) hat Neid sieben Feldspielerinnen im Kopf, von denen fünf nicht mehr mit zur Olympia-Einkleidung nach Mainz reisen werden. Da in Peking nur ein kleiner 18-köpfiger Kader erlaubt ist, will Neid bei den 16 Feldspielerinnen viel Wert auf Vielseitigkeit legen: «Wir brauchen Spielerinnen, die fit sind, nicht verletzungsanfällig und flexibel einsetzbar sind.»

Vor den Engländerinnen zeigt die Bundestrainerin «Respekt». Bei der erfolgreichen WM vor einem Jahr in China reichte es nur zu einem 0:0 gegen die Frauen von der Insel. «Das Ergebnis ist nicht mega- wichtig. Es geht darum, dass wir uns einspielen», betonte Neid. Am 23. Juli folgt noch die Generalprobe in Sandefjord gegen Norwegen. Am 30. Juli geht es nach China, wo die «Operation Gold» am 6. August in Shenyang gleich mit der Neuauflage des WM-Endspiels gegen Brasilien beginnt. Nach zweimal Bronze will Neid den Olymp erstürmen: «Unser Ziel ist die Goldmedaille. Die muss jetzt mal die unsere sein.»

dpa

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