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Hertha-Keeper Fiedler nur im zweiten Glied

Berlin - Die Hoffnung währte nur zehn Minuten: Nach dem 0:0 gegen den FC Liverpool hatte Christian Fiedler noch über das «tolle Gefühl» des gehaltenen Elfmeters philosophiert - doch kurz danach beendete Hertha-Trainer Lucien Favre abrupt alle Torwart-Debatten.

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«Jaroslav Drobny bleibt die Nummer 1», verkündete der Schweizer und machte so der Hoffnung von Fan-Liebling Fiedler ein Ende, in seiner letzten Saison in der Fußball-Bundesliga doch noch einmal Stammkeeper zu sein. Seit 18 Jahren spielt der 33-jährige Fiedler für Hertha BSC, gehört sozusagen zum Inventar. Einen Anschlussvertrag als Torwart-Coach hat er bereits in der Tasche. Doch nun muss sich Profi Fiedler trotz 137 Bundesliga-Spielen wieder in jenes Schicksal ergeben, das ihn so oft begleitet hat: Er steht nur im zweiten Glied.

Zweite Wahl

Foto: dpa Bild vergrößern

Der Berliner Torwart Christian Fiedler hält einen Elfmeter.

Dabei hatte eine durchwachsene Saison des Tschechen Drobny, im Sommer 2007 vom VfL Bochum geholt, die zahlreichen Fiedler-Anhänger nochmals auf den Plan gerufen. Und als Fiedler beim Elfmeter des Ex- Leverkuseners Andrej Woronin blitzschnell die rechte Hand herauszucken ließ, schien vieles auf einen heißen Kampf um die Nummer 1 im Hauptstadt-Tor hinzudeuten. Doch für Chefcoach Favre spricht offenbar alles Entscheidende für Drobny: Das Alter (28 und damit fünf Jahre jünger als Fiedler), die Größe (1,92 Meter und damit 12 Zentimeter größer als Fiedler), die Ausstrahlung und die Strafraumbeherrschung. «Die Hinrunde war schwierig, die Rückrunde viel besser», beschrieb Favre das erste Drobny-Jahr in Berlin und schloss dann an: «Ich will nicht länger darüber sprechen.»

Eine weitere Baustelle möchte sich Favre in seinem zweiten Jahr als Hertha-Coach nicht leisten, ohnehin scheint für den 50-Jährigen die Schonzeit vorbei. Fußball-Berlin will wieder ran - zumindest an die nationale Spitze; eine Graue-Maus-Saison wie zuletzt möchte niemand mehr. 51 641 Zuschauer schnupperten gegen den englischen Rekordmeister schon mal internationale Luft, so viele kamen seit der Wiedervereinigung 1990 noch nie zu einem Freundschaftsspiel der Hertha. «Und die sollten nicht nur wegen Liverpool gekommen sein», sagte Favre lächelnd. Mit den erst 17 Jahre alten Lennart Hartmann und Shervin Radjabali-Fardi sowie den 18-jährigen Sascha Bigalke und Florian Riedel bekamen die Fans auch Herthas Zukunfts-Hoffnungen zu sehen. Erfolge aber soll es schon in der Gegenwart geben.

dpa

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