Mittwoch, 30. Juli 2008 / 19:36 Uhr
Berlin - Über Moldawien nach Mallorca - doch statt einer Urlaubs-Rundreise absolviert Hertha BSC einen stressigen Fußball-Trip durch halb Europa.
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Das Rückspiel der ersten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde am Donnerstag gegen Nistru Otaci ist nach dem 8:1-Rekordsieg in Berlin allerdings nur eine Pflichtaufgabe. Direkt nach der Partie reist der Berliner Tross aus Moldawiens Hauptstadt Chisinau nach Mallorca, wo schon am Freitag Newcastle United erster Gegner bei einem gut dotierten Turnier ist.
Für Mittelfeldspieler Gojko Kacar war Chisinau allerdings nur Zwischenstation auf einem möglichen Olympia-Trip nach Peking. Der 21-Jährige machte sich noch auf den Weg nach Belgrad zur serbischen Olympia-Auswahl. Der Fußball-Weltverband FIFA hatte zuvor die Pflicht zur Abstellung bekräftigt. Hertha BSC will sich zwar nur dem internationalen Sportgerichtshof CAS beugen und hofft noch auf eine Rückkehr von Kacar. Die Sportrichter des CAS hatten die Klagen von Werder Bremen und Schalke 04 aber nicht angenommen. Die Entscheidung über ein Berufungsverfahren steht aber noch aus.
«Das ist eine junge Mannschaft, die das nicht als Belastung, sondern als Chance sieht», sagt Hertha-Präsident Werner Gegenbauer. Das Team habe begriffen, «dass es eine Auszeichnung ist, im UEFA-Cup zu spielen». Dank des Kantererfolgs im Hinspiel nahm Trainer Lucien Favre nur 17 Akteure mit nach Moldawien, darunter vier Talente im Alter von 17 beziehungsweise 18 Jahren. Die restliche Mannschaft bricht direkt nach Mallorca auf.
Sein Team stehe praktisch schon in der zweiten und letzten Qualifikationsrunde, die am Freitag ausgelost wird, sagt Favre. Der Schweizer duldet aber keinen Schlendrian in Chisinau, wohin die Partie aus Otaci verlegt wurde. «Das ist ein UEFA-Cup-Spiel. Wir müssen seriös spielen und wollen auch gewinnen», verlangt Favre.
Schwache Auftritte wie bei den Georgiern von Ameri Tiflis oder beim Aus im dänischen Odense hatte Hertha BSC in den vergangenen Jahren meist dann geliefert, wenn es eine nationale Fernsehpräsenz gab. Das Hinspiel gegen Otaci war dagegen schon gute Werbung. «Das war Fußball, der ihnen selbst Spaß gemacht hat», sagte Hertha-Chef Gegenbauer und verlangte, auch die Reise nach Moldawien zur deutschlandweiten Imageverbesserung zu nutzen.
Während Kapitän Arne Friedrich sein erstes Pflichtspiel seit dem verlorenen EM-Finale vor einem Monat bestreiten wird, blieben der kroatische Nationalspieler Josip Simunic und Patrick Ebert in Berlin. Simunic leidet unter einem Infekt, Ebert hat Magen-Darm-Probleme. Der brasilianische Neuzugang Cicero ist noch spielberechtigt. Erst in Mallorca zur Mannschaft stoßen werden die Offensivspieler Raffael und Lukasz Piszczek, der im Hinspiel gegen Otaci dreimal traf. Auch Verteidiger Steve von Bergen und der zweite Torhüter Christian Fiedler flogen nicht mit nach Chisinau, der erkrankte Manager Dieter Hoeneß blieb ebenfalls in Berlin. Dagegen trat der Serbe Gojko Kacar die Reise ungeachtet einer möglichen Olympia-Teilnahme an.
dpa
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