Freitag, 8. August 2008 / 14:57 Uhr
München - Mit der Ernennung von Mark van Bommel hat Jürgen Klinsmann erstmals in der langen Bundesliga-Geschichte des FC Bayern München einen ausländischen Profi zum Kapitän berufen.
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Der 31- jährige Niederländer wurde vom neuen Bayern-Coach erwartungsgemäß zum Nachfolger des zum Ende der vergangenen Spielzeit zurückgetretenen Oliver Kahn benannt. «Mark van Bommel ist für diese Aufgabe prädestiniert», begründete Klinsmann seine Entscheidung. Als Stellvertreter des seit zwei Jahren beim FC Bayern tätigen Mittelfeldspielers benannte er mit Lucio und Martin Demichelis ebenfalls zwei ausländische Spieler.
Mit der erwarteten Personalentscheidung trug Klinsmann zwei Tage vor dem Saisonstart im DFB-Pokal beim Rot-Weiß Erfurt der forcierten internationalen Ausrichtung Rechnung. «Mark ist mehrsprachig, kann mit allen Teilen der Mannschaft bestens kommunizieren», verwies der Bayern-Trainer auf die Vorzüge des Niederländers, der auch schon beim FC Barcelona spielte und neben seiner Muttersprache gut Deutsch und Spanisch spricht. Für van Bommel, der der 14. Bundesliga-Kapitän des FC Bayern wird, stehen 40 Länderspiele zu Buche.
Er sei «sehr stolz und glücklich, dass er die Binde für so einen großen Verein tragen» dürfe, erklärte der Niederländer, der schon fünf Jahre lang beim PSV Eindhoven Spielführer war. «Der FC Bayern ist natürlich einen Schritt größer», meinte van Bommel. Mit dem Kapitänsamt steigt er in die Fußstapfen von Größen wie Franz Beckenbauer (1970- 1977), Karl-Heinz Rummenigge (1983-1984) und Lothar Matthäus (1994- 1997). Zuletzt trugen Stefan Effenberg (1999- 2002) und Kahn (2002- 2008) die Kapitänsbinde beim erfolgreichsten deutschen Fußball-Club.
Schon beim Trainingsauftakt Ende Juni hatte Klinsmann van Bommel zum vorübergehenden Spielführer benannt. «Ich habe gesehen, wie er seit Trainingsstart Ende Juni die Mannschaft geführt hat, wie viel Ansehen und Respekt er bei allen Spielern genießt», sagte der Coach. «Er ist ein Kommunikator.»
Mit Lucio und Demichelis rekrutierte Klinsmann das «Dreigestirn» ausschließlich aus ausländischen Profis. Im Mannschaftsrat kommen mit den deutschen Nationalspielern Philipp Lahm und Miroslav Klose aber zwei inländische Kicker zum Zuge. «Ich fühle mich reif für diese Aufgabe», hatte auch Lahm am Kapitänsamt Interesse bekundet. Ganz leer ging der Franzose Willy Sagnol aus. Dem einzig verbliebenen Champions-League-Sieger von 2001 war einst die Kahn-Nachfolge versprochen worden - doch dies galt unter Klinsmann nichts mehr.
dpa
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