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DFB wehrt sich gegen neue Trikot-Regel

Nürnberg - Die neue Trikot-Regel des Fußball-Weltverbandes FIFA, wonach die Spieler der Nationalteams keine festen Rückennummern mehr tragen dürfen, hat bei den Fans und Beteiligten großes Befremden ausgelöst.

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Erstmals seit vielen Jahren musste die deutsche Nationalmannschaft beim 2:0-Sieg gegen Belgien in einem offiziellen Länderspiel wieder mit durchnummerierten Spielerhemden von 1 bis 11 auflaufen; auch die Namen auf den Trikots fehlten. Die Belgier ignorierten die Regel noch und traten in ihren Stamm-Trikots an. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich gegen die neue Regel zur Wehr setzten, kündigte Teammanager Oliver Bierhoff an. «Das ist nicht nur für die Fans schade, sondern auch für unser Merchandising», erklärte der ehemalige DFB-Kapitän im ZDF.

Laut Bierhoff sei ein erster deutscher Protest noch vor der Partie gegen Belgien von der FIFA zwar abgewiesen worden. «Wir werden aber nochmal dagegen vorgehen und hoffen, dass sich da auch andere Verbände einreihen», erklärte Bierhoff. Die FIFA stellte in einer Stellungnahme klar, dass «bei Qualifikationsspielen die Startelf nicht unbedingt mit der Trikot-Nummerierung 1-11 auflaufen» müsse. Stattdessen erschien es dem Weltverband «folgerichtig», wie bei WM-Turnieren, bei denen die Trikots von 1 bis 23 nummeriert sind, eine durchgehende Nummerierung ebenfalls bei den Qualifikationsspielen einzuführen. Dies sei bereits im Juli 2007 im FIFA-Reglement zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika 2010 festgehalten worden.

Ein Schock dürfte die Regel auch für die Sportartikel-Hersteller gewesen sein. Der offizielle DFB-Partner adidas hat im EM-Jahr 2008 allein mehr als eine Million der deutschen Spielerhemden verkauft. Michael Ballacks Nummer 13 oder die Nummer 20 von Lukas Podolski sind seit Jahren der Renner. Die FIFA argumentierte, dass die Spielernamen trotz der Durchnummerierung bei WM-Qualifikationsspielen auf die Trikots gedruckt werden dürfen. Nach Angaben des DFB sei dies in der Praxis jedoch nicht möglich.

adidas sieht zumindest Gesprächsbedarf. Das Unternehmen aus Herzogenaurach will als «Partner der FIFA im gemeinsamen Dialog mit unseren Nationalmannschaften den Sachverhalt diskutieren», kündigte Sprecher Oliver Brüggen offiziell an. Zum jetzigen Zeitpunkt lasse sich noch nicht abschließend beurteilen, «inwieweit diese Entscheidung Auswirkungen auf unser Geschäft haben wird».

Rückennummern wurden international 1939 eingeführt. Schon bei der WM 1954 hatten alle Spieler aus dem Kader Stamm-Nummern, so lief Fritz Walter beim Turnier in der Schweiz mit der 16 auf dem Rücken auf. Der legendäre Gerd Müller, noch immer Deutschlands bester Länderspiel-Torschütze (68 Treffer), trug beim WM-Triumph 1974 die 13. Bei der EM 1992 in Schweden waren erstmals die Spielernamen auf den Hemden zu sehen. Inzwischen gelten die festen Rückennummern längst als Standard. Die FIFA-Regel bedeutet einen Schritt zurück, der DFB will das nicht akzeptieren.

dpa

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