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HSV macht nach Dusel-Sieg Millionen locker

Hamburg - Martin Jol atmete erleichtert durch nach dem Dusel-Sieg in letzter Minute - im gleichen Atemzug beklagte der Coach des Hamburger SV fehlende Spielkultur und forderte die sofortige Aufstockung des jungen Kaders.

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«Uns fehlt ein bisschen Kreativität nach dem Weggang von Rafael van der Vaart. Es ist ein neuer HSV, daran müssen wir jetzt arbeiten», sagte der Niederländer nach dem 2:1 (1:0) gegen den Karlsruher SC. Und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer gab zu: «Wir haben nicht den ausreichend qualitativ besetzten Kader, den wir uns wünschen». Dies soll sich ändern: Am Sonntag stimmte schon einmal der Aufsichtsrat der Verpflichtung des brasilianischen Innenverteidigers Alex Silva zu. Für rund sieben Millionen Euro soll der 23-Jährige vom FC Sao Paulo gekauft werden.

Last-Minute-Treffer

Foto: dpa Bild vergrößern

Joris Mathijsen (r) bejubelt mit seinem HSV-Teamgefährten Collin Benjamin den Sieg.

«Es sind noch ein paar Details zu klären, unterschrieben ist noch nichts», sagte HSV-Aufsichtsratschef Horst Becker der Deutschen Presse-Agentur dpa. Beiersdorfer wolle den Deal zu Beginn der Woche in Brasilien perfekt machen. Der Südamerikaner ist 1,92 Meter groß und hat dreimal für die Nationalelf gespielt. Zuletzt holte er mit der Olympia-Mannschaft Bronze in Peking. Bis zum Ende der Transfer-Frist sollen noch bis zu zwei Neue in Abwehr und Mittelfeld verpflichtet werden.

Will der HSV in dieser Saison auch international mithalten, sind diese Verstärkungen auch dringend nötig. Geld genug ist nach den Millionen-Ablösesummen in der Kasse. Nach dem Aderlass - neben van der Vaart wurden noch Vincent Kompany und Juan Pablo Sorin abgegeben - hat Jol auf der Ersatzbank fast nur Youngster sitzen. So zwangen ihn die Ausfälle von Bastian Reinhardt und Jerome Boateng zu einer kompletten Umstellung in der Defensive - die Folge war ein allzu holpriges Aufbauspiel. «Das ist normal bei neuen Leuten, der Ball lief sehr langsam», analysierte Jol, der deshalb im Sturm kein Risiko einging und Neuzugang Mladen Petric zunächst draußen ließ.

Mit Esprit deutete der Ex-Dortmunder in der Schluss-Viertelstunde an, was man in Hamburg von dem Techniker erwarten kann. «Wir haben das Glück des Tüchtigen gehabt, wir haben dafür gearbeitet», sagte der 27-Jährige, der mit dem Kopf am Siegtreffer durch Joris Mathijsen in der 90. Minute beteiligt war. «Schön, wenn man mit dem Köpfchen beim entscheidenden Tor dabei war.» Der Eckball war zwar eine Fehlentscheidung, aber danach fragte niemand mehr. Auch nach der Führung durch Tim Sebastians Eigentor (33.) hatten die Hanseaten kein schlechtes Gewissen. «Wir haben das Spiel weggearbeitet, brillant kann man das nicht nennen», gab Beiersdorfer zu. Und Hoffmann meinte: «Ein Pferd springt nur so hoch wie es muss.»

Darüber hinaus wurde bekannt, dass die Mitgliederversammlung des Bundesligisten mit den Wahlen zum neuen Aufsichtsrat vom Jahresende 2008 auf den 25. Januar 2009 verschoben worden ist. «Wir möchten es auf einem Sonntag machen, und dafür gab es kaum Termine im November», begründete Vorstandschef Bernd Hoffmann die Entscheidung. Aus Club-Gremien hatte es Kritik an der Verlegung gegeben, weil der Vorstand damit versuche, bei sportlich schlechten Ergebnissen der Bundesliga-Mannschaft zu kneifen.

Komplett enttäuscht traten die Badener die Heimreise an. «Das war brutal für die Mannschaft, bitterer als das 0:7 letzte Saison», sagte KSC-Manager Rolf Dohmen, der davon überzeugt ist, eine gute Mannschaft zu haben. Tatsächlich präsentierte sich der Vorjahres- Aufsteiger deutlich gefestigter in der Abwehr als im letzten Saisonspiel der abgelaufenen Spielzeit. Im Vorwärtsgang fehlt dem Team von Trainer Edmund Becker trotz des Tores von Sebastian Freis (67.) nach dem Abgang von Spielmacher Tamas Hajnal allerdings Qualität. «Uns hat vor dem Tor die letzte Entschlossenheit gefehlt, wir haben zu sehr gezögert und gezaudert», monierte Becker.

dpa

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