Donnerstag, 28. August 2008 / 19:54 Uhr
Nürnberg - Paukenschlag beim 1. FC Nürnberg: Nach nur zwei Spieltagen hat Thomas von Heesen beim Aufstiegs-Favoriten der 2. Fußball-Bundesliga das Handtuch geworfen.
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Der frühere Bundesliga-Profi reagierte mit seinem Schritt auf die Turbulenzen der vergangenen Tage. «Aufgrund der jetzigen Situation, die eine von mir nie für möglich gehaltene Eigendynamik entwickelt hat, habe ich mich dazu entschlossen, meinen Posten zur Verfügung zu stellen», begründete der 46-Jährige seinen Rückzug nach nur sechs Monaten.
Ein Nachfolger steht noch nicht fest, das Training beim Bundesliga-Absteiger übernahm der bisherige Assistenzcoach Michael Oenning. «Wir werden in Ruhe überlegen, was frei ist, was auf dem Markt ist und dann werden wir schon eine richtige Entscheidung treffen», sagte Vereinspräsident Michael A. Roth in einem Radio-Interview mit «Bayern3».
Nach dem schwachen Auftritt des Bundesliga-Absteigers beim 1:2 beim 1. FC Kaiserslautern hatten sich die Ereignisse beim «Club» regelrecht überschlagen. Erst musste von Heesen auf seine Forderung nach einem weiteren Neuzugang ein Machtwort von Präsident Roth hinnehmen. Offenbar wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem Coach liebäugelte Publikumsliebling Marek Mintal mit einem Wechsel zum Bundesligisten VfL Wolfsburg. Zwar dementierte der Slowake ein von Medien verbreitetes Ultimatum («Wenn der Trainer bleibt, dann gehe ich»), doch der Riss zwischen Teilen der Mannschaft und dem Coach war am Ende wohl unüberbrückbar.
Auch bei den Fans hatte von Heesen, der im vergangenen Februar als Nachfolger von Hans Meyer gekommen war, den siebten Bundesliga- Abstieg des Traditionsclubs aber nicht verhindern konnte, keinen Rückhalt. «Er ist in Franken nicht warm geworden», bemerkte Roth, der «natürlich» dem Trainer an der aktuellen Situation die Schuld gibt.
Der Präsident hatte in der Online-Ausgabe der «Nürnberger Nachrichten» die Trennung bereits angedeutet. «Dass er den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte, war die erste große Enttäuschung», sagte Roth. «Der Start in die 2. Liga war die zweite Enttäuschung.» Von Heesen gab sich nach seinem Rücktritt verbittert: «Nicht nachvollziehbar für mich ist, nach zwei Spieltagen einen Trainer komplett infrage zu stellen - wider besseren Wissens, dass eine neu formierte, verjüngte Mannschaft Zeit zur Entwicklung braucht.»
Nach der Niederlage in Kaiserslautern hatte von Heesen mit harter Kritik an manchen «Club»-Profis das Fass zum Überlaufen gebracht. Er hatte zugleich personellen Ersatz für den monatelang ausfallenden Innenverteidiger Andreas Wolf (Kreuzbandriss) angemahnt. Die Absage kam postwendend: «Wir haben einen teuren Kader und genug Spieler», sprach Roth ein Machtwort.
Neben von Heesen verlässt nach fünf Jahren auch Angreifer Robert Vittek den Traditionsclub. Der slowakische Nationalspieler wechselt für eine nicht näher bezifferte Millionen-Ablöse zum französischen Erstligisten OSC Lille, teilte der «Club» mit. Der 26-Jährige absolvierte insgesamt 95 Erstligaspiele mit 26 Toren sowie 29 Zweitligaspiele (zehn Tore) für die Franken.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Harald Schmidt: Auch in Saudi-Arabien wird Fußball gespielt. Die Königsdisziplin dort heißt Köpfen.
1. Thomas Rachor schrieb am 29.08.2008 um 09:21:37:
Ob es vielleicht mal an der Zeit wäre, dass man bei Nürnberg mal über die Vereinsführung anstatt ständig über die Trainer nachdenkt? Thomas Rachor
2. Moll Bernd schrieb am 31.08.2008 um 10:08:34:
Die Trainerpolitik beim Club ist nicht mehr nachvollziehbar. Warum schickte man den Hans M. in die Wüste. (Ein gutes Beispiel für eine gesunde Trainerwirtschaft war Hr. Finke bei Freiburg. Hier wurden Höhen und Tiefen mit einem gutem Trainer durchlebt.)
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