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Schluss mit schlampig bei Hertha BSC

Berlin - Ein bisschen Ärger gab es doch wieder bei der jungen Hertha, aber am Tag nach der endgültig feststehenden UEFA-Cup-Teilnahme überfiel die Berliner eine kollektive Vorfreude.

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In der Bundesliga will der Hauptstadtclub, der mit dem glanzlosen 1:0 in der internationalen Qualifikation gegen NK Ljubljana auch im siebten Saison-Pflichtspiel ungeschlagen geblieben war, den großen FC Bayern ärgern. Und gegen den irischen Club St Patrick's Athletic sieht Hertha-Coach Lucien Favre beste Chancen, nach drei Jahren endlich wieder einmal in die Gruppenphase des UEFA-Pokals einzuziehen. «Ich denke, dass es ein machbares Los ist», sagte der Schweizer zum Kontrahenten in der K.o.-Runde.

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Die Herthaner Josip Simunic (hinten) und Patrick Ebert bejubeln das Auftakttor.

Manager Dieter Hoeneß warnte allerdings eindringlich davor, den siebenmaligen irischen Meister auch nur einen Hauch zu unterschätzen: «Es soll niemand auf die Idee kommen, dass dies mit links geht.» Wie zäh sich eine Partie gegen einen Außenseiter gestalten kann, wenn die hundertprozentige Konzentration und Einstellung fehlen, hatte der Auftritt gegen Ljubljana gezeigt. «Wir haben einfach zu schlampig gespielt. Schade, wir hätten ohne größeren Aufwand etwas für unser Selbstbewusstsein und Image tun können», ärgerte sich Hoeneß über das magere 1:0 (Hinspiel 2:0) gegen den slowenischen Pokalsieger.

Zudem drückte die schwere Verletzung des tunesischen Neuzugangs Amine Chermiti die Stimmung. Der für 2,2 Millionen Euro geholte Stürmer zog sich einen Innenbandriss im linken Knie zu und fällt rund drei Monate aus. «Das ist für ihn sehr schwierig. Er musste lange warten, bis er zu uns konnte. Und als er loslegen wollte, passiert so etwas», kommentierte Trainer Lucien Favre. Manager Hoeneß will in den nächsten Stunden prüfen, ob Hertha sich jetzt nochmals nach einem Blitz-Ersatz umsieht. Den 20-jährigen Chermiti ist nach Lucio, der wegen eines schweren Knieschadens schon ein Jahr fehlt, der zweite Langzeit-Verletzte beim Berliner Fußball-Bundesligisten.

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Neben den beiden kann Favre in München auch den jungen Lennart Hartmann und Routinier Pal Dardai nicht einsetzen. Der letzte Sieg der Hertha beim FC Bayern ist fast 31 Jahre her, am 29. Oktober 1977 gelang ein 2:0. Doch Favre glaubt gerade zum jetzigen Zeitpunkt an das Ende dieser schwarzen Serie: «Das Selbstvertrauen ist da. Viele Spieler glauben, dass sie als Mannschaft in München etwas erreichen können.» Der Trainer lässt nach dem UEFA-Cup-Einzug wieder rotieren: Marc Stein, Steve von Bergen, Cicero und Raffael kehren in die Startelf zurück. «Wir müssen ans Limit gehen», forderte Hoeneß deutlich Schluss mit schlampig.

St. Patrick's stufte der Hertha-Manager durchaus als gefährliche Hürde auf dem Weg in die UEFA-Cup-Gruppenphase ein. Mit IF Elfsborg haben die Iren, die im 5 500 Zuschauer fassenden Richmond-Park von Glasgow zu Hause sind, immerhin den derzeitigen Tabellen-Zweiten und Ex-Meister Schwedens eliminiert. Für Favre war es trotzdem das Wunschlos: «Ich war noch nie in Irland und freue mich, dahin zu kommen.» Das Hinspiel bestreitet Hertha am 18. September zu Hause, das Rückspiel wird am 2. Oktober 2008 in Irland ausgetragen.

dpa

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