Freitag, 29. August 2008 / 15:25 Uhr
Györ - Durch den «Last-Minute-Einzug» in den UEFA-Pokal hat der VfB Stuttgart doch noch seinen Frieden mit der vergangenen Saison gefunden und hofft auf neuen Schwung für die Fußball-Bundesliga.
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«Mit dem Erreichen des UEFA-Cups haben wir den Anspruch aus der Vorsaison erreicht und sind jetzt so weit wie Schalke, Hamburg oder Wolfsburg», sagte Trainer Armin Veh nach dem verdienten 4:1 (2:0)-Erfolg des Bundesligisten im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde beim ungarischen Erstligisten FC ETO Györ.
Yildiray Bastuerk (l) vom VfB Stuttgart setzt sich gegen zwei Spieler des FC ETO Györ durch.
Als Gegner in der ersten Hauptrunde wurde den gesetzten Schwaben in Monaco der ungesetzte bulgarische Club Cherno More Warna zugelost. Dieser hatte zuletzt die von Lothar Matthäus trainierte israelische Mannschaft Maccabi Netanja ausgeschaltet. «Um mich zu informieren, werde ich auf jeden Fall mit Lothar Matthäus sprechen», kündigte Veh an. «Ähnlich wie zuletzt Györ ist auch dieser Kontrahent eine große Unbekannte. Trotz allem kann unser Ziel nur das Erreichen der Gruppenphase sein.» Zunächst müssen die Schwaben am 18. September in die rund 350 000 Einwohner zählende Hafenstadt Warna am Schwarzen Meer reisen, bevor sie im Rückspiel am 2. Oktober Heimrecht genießen.
Die auch dank eines Doppelpacks von Mario Gomez souverän erledigte Pflichtaufgabe beim zu keiner Zeit ebenbürtigen dreimaligen ungarischen Meister in Györ hatte Veh schnell abgehakt. Vielmehr beschäftigte er sich schon mit der nächsten Weichenstellung beim Bundesliga-Heimspiel gegen Hannover 96. «Durch die Niederlage gegen Leverkusen haben wir den Bundesliga-Start etwas verbockt. Das können wir mit einem Sieg gegen Hannover korrigieren, dann wäre es ein guter Start», meinte der VfB-Coach. «Wir müssen jetzt schnell regenerieren, damit wir die gleiche Aggressivität auf den Platz bekommen wie heute.»
Die Reise in die ungarische Provinz hatte der 47-Jährige ohnehin nur als lästiges Abarbeiten einer Altlast empfunden. «Mit dem heutigen Sieg haben wir trotz aller Widrigkeiten die letzte Saison erfolgreich abgeschlossen», meinte Veh mit Blick auf die kraftraubenden Sonderschichten im UI-Cup, welche die Schwaben als Sechster der vorherigen Bundesliga-Spielzeit zu bewältigen hatten.
Immerhin durfte Veh fünf Tage nach der Enttäuschung beim 0:2 gegen Leverkusen in Györ vor allem Erfreuliches notieren. Vor 8000 Zuschauern im ETO-Park war sein Team von Beginn an dominant aufgetreten und hatte bei Toren der starken Martin Lanig (30.) und Thomas Hitzlsperger (41.) sowie Gomez (55./60.) teils gefällig kombiniert. Der Gegentreffer durch Peter Bajzat (81.) war - trotz eines vorangegangenen Fehlers von Torhüter Jens Lehmann - nur ein Schönheitsfehler.
Die Diskussionen um die Form von Nationalstürmer Gomez dürften dank seines Doppelpacks abflauen. Zudem nährten zwei Neuzugänge die Hoffnung, dass dem VfB in dieser Saison nervende Debatten über seine sommerliche Einkaufspolitik erspart bleiben. Im rechten Mittelfeld drängte sich Lanig als Alternative für den zuletzt formschwachen Roberto Hilbert auf. Und das gelungene Pflichtspiel-Debüt des nach überstandener Sprunggelenksblessur nach der Pause eingewechselten Khalid Boulahrouz stattet Veh mit taktischen Alternativen in der Defensive aus.
dpa
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