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Ligastart bei den Fußball-Großmächten

Madrid/Rom - Giganten-Duell in Spanien - Vierkampf in Italien. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft steht Spanien in seiner Primera División vor einer Neuauflage des ewig jungen Zweikampfs zwischen Real Madrid mit Christoph Metzelder und dem FC Barcelona.

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Im Land des Weltmeisters dagegen machen dem Meister Inter Mailand mit dem Lokalrivalen AC Mailand, dem auferstandenen Rekordmeister Juventus Turin und dem Vizemeister AS Rom gleich drei Herausforderer den Titel streitig. Italien verspricht zum Saisonstart an diesem Wochenende «Fußball furioso», die Tifosi sind aber trotzdem frustriert. Weil sich das Staatsfernsehen RAI und die Liga nicht auf einen TV-Vertrag einigen können, gibt es zum Saisonauftakt voraussichtlich keine Fußballberichte im frei empfangbaren Fernsehen.

Titelverteidiger

Foto: dpa Bild vergrößern

Bernd Schuster spricht bei einer Pressekonferenz in Madrid.

Von einem solchen TV-Chaos verschont, freuen sich die Fans in Spanien auf das alte Duell unter neuen Vorzeichen. Rekordmeister Real, der in den vergangenen Jahren fast ständig den Trainer gewechselt und sein Team umgekrempelt hat, setzt nun auf das bewährte Team von Coach Bernd Schuster, das in der vorigen Saison in souveräner Manier den Titel geholt hatte. Dagegen brach bei Barça mit der Entlassung von Trainer Frank Rijkaard sowie dem Verkauf der Stars Ronaldinho (AC Mailand) und Deco (FC Chelsea) eine neue Ära an.

Bei den «Königlichen» kam die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt allerdings nicht ganz freiwillig. Sie hatten mit der Verpflichtung des Superstars Cristiano Ronaldo den großen Coup landen wollen. Statt eines Rekordtransfers handelten die Madrilenen sich jedoch eine Abfuhr ein. Der portugiesische Stürmer wollte lieber bei Manchester United bleiben. Und auch die frischgebackenen Europameister David Villa (FC Valencia) und Santiago Cazorla (FC Villarreal) gaben den Madrilenen einen Korb.

Schuster geht das Ausbleiben von Verstärkungen sichtlich auf die Nerven. «Ich sage dazu gar nichts. Ich bin müde und will nach Hause», meinte er schroff, als er auf das Thema angesprochen wurde. Die einzige namhafte Neuverpflichtung ist der Ex-HSV-Kapitän Rafael van der Vaart - neben Ruud van Nistelrooy, Arjen Robben, Wesley Sneijder und Royston Drenthe nun schon der fünfte Niederländer im Kader.

Reals Erz-Rivale Barça investierte 80 Millionen Euro in den Neuaufbau. Dabei verpflichteten die Katalanen mit ihrem neuen Trainer Josep Guardiola jedoch keine Superstars, sondern Abwehrspieler wie Daniel Alves (FC Sevilla) oder Martín Cáceres (Huelva) und «Arbeiter» wie Alexander Hleb (FC Arsenal) und Seydou Keita (FC Sevilla).

Schwere Zeiten stehen den deutschen Profis in Spanien bevor. Metzelder muss sich bei Real einen Stammplatz erst noch erkämpfen. Torwart Timo Hildebrand erhielt beim FC Valencia mit dem Brasilianer Renan Brito einen starken Rivalen, der ihm die Nummer 1 streitig machen will. David Odonkor erholt sich noch von einer Knieoperation und wird wohl erst im Herbst wieder für Betis Sevilla stürmen können.

Ganz ohne deutsche Legionäre startet die Serie A in Italien, wo vor allem Milan nach der Verpflichtung von Ronaldinho und der Rückkehr von Andrej Schewtschenko voller Selbstvertrauen zum Angriff auf Inter bläst. «Carletto, jetzt hol den Titel», forderte Milans Vize-Präsident Adriano Galliani von Trainer Carlo Ancelotti den Titelgewinn. Auch Vize-Meister Rom wittert seine Chance. «Wir sind genauso stark wie Inter», prophezeite Trainer Luciano Spaletti. Und auch Juve ist zwei Jahre nach dem Liga-Skandal um seinen Ex-Manager Luciano Moggi und der Verurteilung zum Zwangsabstieg wieder top. «Ich träume vom Champions League-Titel», setzte sich Mittelfeldstar Pavel Nedved ganz hohe Ziele.

Die Rivalen üben sich in Säbelrasseln, Champion Inter aber bleibt gelassen und setzt auf den neuen Trainer José Mourinho. Der unnahbar wirkende Portugiese, der jedes Detail in seinem Notizbuch festhält, wird in Mailand wie ein Magier bestaunt. «Mourinho ist der kompletteste Trainer, den ich je gesehen habe», lobte Stürmer Zlatan Ibrahimovic.

dpa

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