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Naive Hoffenheimer zahlen Lehrgeld

Leverkusen - Der Höhenflug war kurz und fulminant, die Bruchlandung beim 2:5 (1:3) in Leverkusen heftig. Aufsteiger 1899 Hoffenheim ist am dritten Spieltag in der schnöden Realität der Fußball-Bundesliga angekommen.

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Gut gespielt, aber von Bayer 04 abgeschossen und jäh von der Spitze gestürzt - und dennoch brach bei den Kraichgauern keine Reaktion aus, die auch nur entfernt an Panik erinnerte. Die Fakten sprachen für sich: «Wir sind enttäuscht, dass wir verloren haben. Wir haben drei naive Tore nach Standardsituationen bekommen», fasste Hoffenheims Angreifer Vedad Ibisevic die 90 Minuten in der Baustelle BayArena treffend zusammen.

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Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick bleibt trotz der Niederlage gefasst.

Es war ein Lehrstück, wie Schüler lernen können. 188 Minuten war der kesse Neuling ohne Gegentreffer geblieben. Dann fielen sie wie reife Herbst-Früchte. Karim Haggui (8. Minute) per Kopf, Manuel Friedrich (17.) per Kopf, Stefan Kießling (36.) nach einer Vorlage von Constant Djakpa - und schon war es fast um Hoffenheim geschehen. Wäre da nicht ein Team gewesen, das nicht aufgab, das spielerisch glänzte und den Etablierten aus Leverkusen alles abforderte.

«Wir waren beim 4:2 natürlich erleichtert», räumte Bayer-Trainer Bruno Labbadia ein, nachdem Ibisevic (20.) und Sejad Salihovic (58./Foulelfmeter) für Hoffenheim und der überragende Tranquillo Barnetta (83.) sowie abermals Kießling (87.) vor 22 500 Zuschauern für einen höchst unterhaltsamen Fußball-Nachmittag gesorgt hatten. Dass Leverkusen - «unterbewusst», wie Labbadia vermutete - nach dem 3:1 einen Gang zurückschaltete und Hoffenheim laut Trainer Ralf Rangnick das Spiel zwischen der 46. und 80. Minute «zum Kippen brachte», war am Ende Makulatur.

«Wir haben eben nur teilweise dominiert. Und das reicht gegen Leverkusen nicht», sagte Rangnick, der im Gleichklang mit Club-Mäzen Dietmar Hopp und Manager Jan Schindelmeiser kein Unglück in der Pleite sah. Jetzt glaube wenigstens jeder, «dass es unser Ziel ist, nur nicht abzusteigen», meinte Milliardär Hopp. In Hoffenheim sei zuvor keiner in Euphorie verfallen, «und jetzt werden wir nicht in Depressionen verfallen», ergänzte Schindelmeiser. Rangnick wirkte fast dankbar über die Naivität seiner Spieler bei den standardisierten Gegentreffern: «Es gibt genügend Material und Stoff, um Dinge bis zum Stuttgart-Spiel zu verbessern.»

Das badisch-württembergische Derby gegen den VfB wird nach der Länderspiel-Pause die Nagelprobe für Hoffenheim: Waren die Auftaktsiege der Überraschungseffekt des Neulings? Oder steckt eine hohe Substanz hinter dem Gesamtauftritt der Mannschaft aus dem Dorf? Bei den Leverkusenern zog man den Hut: «Ralf Rangnicks Arbeit in Hoffenheim ist großartig, der Verein ist großartig», attestierte Labbadia. Barnetta hielt fest, dass es ein schweres Stück Arbeit war: «Wir haben alles richtig gemacht.» Bayers Nationalstürmer Patrick Helmes lobte - den Gegner und das eigene Team: «Hoffenheim war gut. Wir waren besser.» Das will Torschütze Ibisevic für die Zukunft ändern: «Unsere Perspektive ist gut. Aber wir müssen schnell lernen.» Wie schnell das im Fußball-Kraichgau gehen kann, haben die Hoffenheimer bei ihrem wundersamen Emporkommen schon bewiesen.

dpa

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