Mittwoch, 3. September 2008 / 14:29 Uhr
Düsseldorf - Neuer Coach, neuer Schwung. In der zweiwöchigen Länderspiel-Pause haben Fred Rutten, Martin Jol, Jürgen Klopp und Bruno Labbadia reichlich Gelegenheit, den Blick auf die Tabelle zu genießen.
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Nach drei Spieltagen liegen ihre Clubs aus Gelsenkirchen, Hamburg, Dortmund und Leverkusen auf den ersten vier Tabellenplätzen. Langsam aber sicher schwindet bei den Trainern die Anspannung, die ein Wechsel in ungewohnte Umgebung mit sich bringt. «Wir haben harte Wochen hinter uns. Jetzt ist es an der Zeit, mal durchzupusten», sagte BVB-Coach Klopp.
Viel besser hätte der Start am neuen Arbeitsplatz kaum verlaufen können. Mit sieben Punkten rangieren Schalke, Hamburg und Dortmund auf den Plätzen ein, zwei und drei, nur einen Punkt dahinter folgt das Labbadia-Team aus Leverkusen (6). Und auch Titelfavorit FC Bayern München ist mit Hitzfeld-Nachfolger Jürgen Klinsmann nach dem 4:1- Kantersieg über Hertha BSC als Siebter auf gutem Weg in die standesgemäße Tabellenregion.
Gleichwohl warnt Horst Zingraf davor, die angeblich segensreichen Wirkungen eines Trainerwechsels überzubewerten. «Das ist kein Trend, sondern Zufall und nicht mehr als eine Momentaufnahme», befand der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL). Statistiken aus den vergangenen Jahren taugen als Argumentationshilfe.
Und doch sorgt die ungewöhnliche Erfolgsstory für reichlich Gesprächsstoff. Vor allem in Dortmund schlug die Therapie prächtig an. Trotz des schweren Auftaktprogramms mit Spielen in Leverkusen und gegen München gelang dem Revierclub der beste Saisonstart seit fünf Jahren. «Man sieht die Handschrift des Trainers», lobte Torhüter Marc Ziegler die bisherige Arbeit des neuen Dortmunder Publikum-Lieblings. Wie stabil der Aufwärtstrend ist, wird sich allerdings erst im September erweisen: Binnen 20 Tagen stehen sechs Spiele in drei Wettbewerben an.
Gleich in der ersten Partie droht Ungemach. Denn eine Niederlage im prestigeträchtige Revierduell mit dem FC Schalke am 13. September könnte beim BVB für schnelle Ernüchterung sorgen. Immerhin bietet sich dem Erzrivalen eine glänzende Gelegenheit, sich für das schmerzliche Aus in der Champions-League-Qualifikation zu rehabilitieren. Schon der Sprung auf den ersten Tabellenplatz am vorigen Spieltag half, die Wogen zu glätten. Mit einem Sieg über den Nachbarn könnte Rutten in der Gunst der Fans weiter steigen. Co- Trainer René Eijkelkamp hegt keine Zweifel, dass der neue Coach der großen Erwartungshaltung auf Dauer gerecht wird: «Er besitzt die Gabe, Spieler überzeugen zu können - mit Argumenten und Persönlichkeit.»
Nicht minder erfolgreich verlief der Saisonstart für Ruttens Landsmann Jol. Unter Regie des Niederländers scheint der Hamburger SV auf gutem Weg zu einer echten Spitzenmannschaft. Nicht nur die rund 28 Millionen Euro teuren Last-Minute-Transfers verheißen eine erfolgreiche Saison auf Augenhöhe mit Branchenprimus FC Bayern München. Auch ohne die noch fehlenden Zugänge Silva und Neves bewies das Team in München und Bielefeld bemerkenswerte Moral, und ließ sich auch von einem Zwei-Tore-Rückstand nicht schrecken.
Ähnlich wie Jol setzt auch Bayer-Coach Labbadia verstärkt auf Offensivfußball. Neben dem HSV (9 Tore) traf Leverkusen (8) am häufigsten. Die Skepsis der Anhänger nach dem 2:3-Fehlstart gegen Dortmund ist längst in Wohlwollen umgeschlagen. Zur Erleichterung von Labbadia beginnen die Profis, seine Philosophie umzusetzen: «Das haben wir uns hart erarbeitet. Ich bin froh, dass die Jungs nun für den großen Aufwand belohnt werden.»
dpa
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