Donnerstag, 4. September 2008 / 12:04 Uhr
Neapel - Der SSC Neapel fühlt sich nach den Ausschreitungen neapolitanischer Randalierer von der italienischen Regierung zu Unrecht bestraft. Innenminister Roberto Maroni verbot den Neapel-Fans per Dekret den Stadionzugang zu allen Auswärtsspielen der Saison.
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Außerdem berät die Sicherheitskommission des Innenministeriums über ein Publikumsverbot für Neapels Heimspiel am 14. September gegen den AC Florenz. Der Kartenverkauf wurde bereits untersagt. «Eine absurdere Maßnahme gibt es gar nicht», klagte Neapels Club-Präsident Aurelio De Laurentiis. So würden nur die wenigen Kriminellen gewinnen und die überwältigende Mehrheit der echten Fußballfans bestraft.
«Der Staat muss uns schützen, sonst mache ich Schluss mit dem Fußball», drohte der Filmproduzent mit seinem Rückzug. Die Politik müsse gegen die Kriminellen mit aller Härte des Gesetzes und notfalls mit neuen Gesetzen vorgehen, forderte De Laurentiis. Rom dürfe aber nicht die Clubs und die wirklichen Fußballfans bestrafen.
Für seine Position erhielt er in ganz Italien große Unterstützung. Zumal nach den ersten Ermittlungen der Polizei in Neapel immer deutlicher wird, dass die organisierte Kriminalität für die Randale verantwortlich zu sein scheint. «Wir haben eine Gruppe von rund 200 Vorbestraften ausgemacht, die sich unter die Fans mischen, um Gewalttaten zu begehen», sagte der stellvertretende Polizeichef Italiens, Nicola Cavaliere, nach seinem Besuch in Neapel.
«Ich lasse mich davon nicht einschüchtern, aber der Staat muss uns beschützen», forderte De Laurentiis. Diese kleine Gruppe von Kriminellen dürfe man überhaupt nicht als Fans des SSC Neapel bezeichnen. Wie gefährlich selbst die Profi-Fußballer mittlerweile die Lage im italienischen Fußball einschätzen, zeigt das Geständnis von Nationalmannschaftskapitän Fabio Cannavaro: «Ich würde derzeit mit meinen Kinder in Italien nicht ins Stadion gehen», sagte der bei Real Madrid spielende Neapolitaner.
dpa
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