Freitag, 5. September 2008 / 10:03 Uhr
London - «King Kev» hat abgedankt. Nach nur knapp acht Monaten im Amt hat Kevin Keegan zum zweiten Mal nach 1997 beim englischen Premier-League-Clubs Newcastle United als Cheftrainer das Handtuch geworfen.
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«Ich habe sehr darum gerungen, mit dem Vorstand noch eine Lösung zu finden, aber das hat sich als unmöglich herausgestellt. Ich hatte keine andere Wahl», sagte der 57-Jährige in einer Stellungnahme zu seinem «Zeitlupenrücktritt», der sich seit Montag hingezogen hatte. Am Donnerstagabend stand sein Entschluss. Als Hauptgrund nannte Englands früherer Nationalspieler und -trainer, der zwischen 1977 und 1980 für den HSV stürmte, Differenzen in der Frage, wer bei Spielertransfers das Sagen habe.
Während wütende Fans das Stadion St. James' Park belagerten, zum Boykott aufriefen und Keegans sofortige Wiedereinsetzung forderten, wiesen die Verantwortlichen um Club-Eigner Mike Ashley die Verantwortung von sich. «Wir sind traurig und enttäuscht. In den Gesprächen mit Kevin haben wir zahlreiche praktische Lösungsvorschläge gemacht. Der Club hat deutlich gemacht, auch alle weiteren Bedenken besprechen zu wollen. Wir bedauern, dass Kevin stattdessen seinen Rücktritt erklärt hat», hieß es in einer Stellungnahme.
Nun herrsche «Bürgerkrieg» bei den «Magpies», titelte die Boulevardzeitung «The Sun». Auch andere Blätter sagten Newcastle eine schwere Zukunft voraus. Keegan, der den Club bereits zwischen 1992 und 1997 erfolgreich führte, galt als «Heilbringer» für den nordenglischen Verein, der in den elf Jahren nach Keegans erstem Abschied sechs Trainer verschlissen hat.
Der aktuelle Streit entzündete sich am Verkauf von Leistungsträger James Milner. Einen Nachfolger konnte der Verein bisher nicht verpflichten. Ein Dauerkonflikt zeichnete sich bereits kurz nach Keegans neuerlicher Berufung an, als Eigner Ashley dem Coach in Dennis Wise überraschend einen Fußball-Direktor vorsetzte und zusätzlich einen Vize-Vorstand für Transfers engagierte. Keegans Einschätzung, die Mannschaft sei noch «eine Million Meilen» von den englischen Spitzenclubs entfernt, kam zudem bei den Vereins- Verantwortlichen nicht gut an.
dpa
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