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Vogts droht mit Rücktritt - Franzosen mit Debakel

Hamburg - Rücktrittsdrohung von Berti Vogts, Last-Minute-Enttäuschung für Ottmar Hitzfeld und Tristesse bei Frankreichs Coach Raymond Domenech: Das 1:3-Debakel der «équipe tricolore» in Österreich war am ersten Spieltag der WM-Qualifikation die größte Überraschung.

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Für Domenech könnte die Pleite in Wien der möglicherweise entscheidende Rückschlag bei der Jobsicherung sein. Vogts verlor mit Aserbaidschan durch einen späten Gegentreffer 0:1 in Wales und bot seinen sofortigen Abschied an. «Ich kann jederzeit nach Hause fahren», kommentierte der Ex-Bundestrainer die Verbands-Forderungen, Aserbaidschan müsse sich für die WM 2010 in Südafrika qualifizieren. Auch Hitzfelds Pflichtspiel-Einstand als Schweizer Nationaltrainer verlief nicht wunschgemäß. Trotz der 2:0-Führung in Israel reichte es nach dem Ausgleich in der 90. Minute nur zu einem 2:2.

Georgien - Irland

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Irlands Verteider John O'Shea (l) spielt den Ball vor Lewan Kobiaschwili aus Georgien.

Um ein Haar hätte sich neben dem Vize- auch der Weltmeister blamiert: Italien zitterte sich unter Rückkehrer Marcello Lippi in der Gruppe 8 zu einem 2:1 in Lanarca gegen Zypern. «Wir hatten Glück. Wir haben mehr geholt, als wir verdient hatten», räumte Lippi ein. Der 60-Jährige durfte sich bei Doppel-Torschütze Antonio Di Natale (Udinese) bedanken, der in der 91. Minute das Siegtor erzielte. Schwer tat sich auch England beim 2:0 in Barcelona gegen Andorra. Joe Coles Doppelpack bescherte Englands Coach Fabio Capello im ersten Ernstfall zumindest drei, wenn auch glanzlose Punkte. Spanien gelang 69 Tage nach dem EM-Triumph in der Gruppe 5 nur ein 1:0-Arbeitssieg in Murcia gegen Bosnien-Herzegowina.

Frankreich knüpfte dagegen nahtlos an die EM-Ernüchterung mit dem Vorrunden-Aus an. «Beim ersten offiziellen Spiel seit dem Fiasko bei der EURO haben die Franzosen einen Alptraum erlebt», titelte das Pariser Boulevard-Blatt «Le Parisien» über die Pleite in Wien. Gegen die unter ihrem neuen tschechischen Trainer Karel Brückner auftrumpfenden Österreicher ergaben sich «Les Bleus» am Ende sogar ihrem Schicksal. «Es sollte einfach nicht sein, das ist bitter. Aber es stehen noch viele Spiele aus, der Weg zur WM nach Südafrika ist noch lang», meinte Domenech trotzig.

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Fraglich ist, wie lange er diesen Weg noch mitgehen darf. «Raymond Domenech würde eine fehlende Reaktion am Mittwoch gegen Serbien nicht überleben», mutmaßte die Sportzeitung «L'Equipe» über die berufliche Perspektive des 56-Jährigen. Auch hinter der Zukunft von Vogts steht ein Fragezeichen. «Die wissen nur, wie ihre Liga spielt, aber kennen sie im internationalen Fußball gar nicht aus», schimpfte der 61- Jährige über überhöhte Erwartungen im Land des 138. der FIFA-Weltrangliste, «manchmal muss man sich fragen, ob die das ernst meinen».

Immerhin habe sein Team, das in der Deutschland-Gruppe 4 spielt, vor rund 32 000 im Millennium Stadion in Cardiff gezeigt, «dass sich der Fußball in Aserbaidschan verbessert hat». Auch Hitzfeld richtete den Blick nach vorn, nachdem seine «Nati» den schon sicher geglaubten Sieg durch den Ausgleich des Israelis Ben Sahar in der Nachspielzeit noch hergegeben hatte. «Wir haben zwar zwei Punkte verschenkt, aber trotzdem ein wichtiges Unentschieden gegen einen Direktkonkurrenten geholt», sagte er, «in den nächsten beiden Heimspielen gegen Luxemburg und Lettland müssen wir sechs Punkte holen».

Schadlos hielten sich die in der Gruppe 1 favorisierten Portugiesen in Ta'Qali beim 4:0 gegen Malta. Erfreulich verliefen die ersten WM-Qualifikations-Spiele auch für die Trainerfüchse Otto Rehhagel und Giovanni Trapattoni. Rehhagels Griechen gewannen in der Gruppe 2 mit 3:0 in Luxemburg, Trapattonis Iren - wie Italien in der Gruppe 8 im Einsatz - feierten in Mainz einen 2:1- Erfolg gegen Georgien. Die Partie war wegen des Kaukasus-Konflikts von Tiflis nach Mainz verlegt worden. «Ich bin natürlich zufrieden, denn ein Sieg im ersten Spiel ist sehr wichtig», befand der «Mister».

dpa

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