Sonntag, 7. September 2008 / 11:59 Uhr
Mainz - Sie rannten für Volk und Vaterland, doch den erhofften sportlichen Sieg konnten Georgiens Fußballer ihren vom Krieg gebeutelten Landsleuten zum Auftakt der WM-Qualifikation nicht schenken.
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«Wir haben doppelt so viel Einsatz gezeigt, denn die Menschen zu Hause haben viel erwartet. Leider haben wir es nicht geschafft», sagte Bundesligaprofi Alexander Iaschwili nach dem 1:2 (0:1) gegen Irland. Und Bundesliga-Kollege Levan Kobiaschwili vom FC Schalke 04 erklärte mit traurigem Blick: «Es ist bitter, dass wir das Spiel verloren haben.»
Der Georgier Lewan Kobiaschwili (hinten) im Zweikampf mit Irlands Verteidiger John O'Shea.
Während der an der Seitenlinie gewohnt lautstark dirigierende «Maestro» Giovanni Trapattoni mit dem Team von der grünen Insel einen perfekten Start in der Europa-Gruppe 8 erwischte, trauerten die Georgier nach der Niederlage vor 4500 Zuschauern im Mainzer Bruchwegstadion vor allem dem vom Weltverband FIFA aus politischen Gründen verwehrten Heimvorteil nach. «Hier zu spielen statt vor 60 000 Fans in Tiflis, war ein großer Nachteil für uns», befand Iaschwili. Die FIFA hatte aufgrund der angespannten Lage in Georgien die Verlegung der Partie ins Ausland angeordnet. «Das war aber nicht der Grund, warum wir verloren haben», bekannte der Stürmer vom Karlsruher SC, «die Niederlage hat mit Politik nichts zu tun.»
Auch Kobiaschwili wollte die schwierige Situation in der Heimat nicht für den Fehlstart in die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika verantwortlich machen. «Wir hatten genügend Zeit, uns auf dieses Spiel zu konzentrieren und vorzubereiten. Was in unserem Land passiert, können wir nicht als Ausrede benutzen. Wir haben einfach nur Fehler gemacht», sagte Kobiaschwili. Die wurden von Kevin Doyle (13. Minute) und Glenn Whelan (70.) bitter bestraft. Der Anschluss des Schalkers Levan Kenia (90.+2) fiel zu spät.
Trotz aller Beteuerungen hatten die politischen Vorgänge im Kaukasus die sportliche Vorbereitung beeinflusst. «Meine Eltern, mein Bruder und alle Verwandten leben in Georgien. Ich telefoniere täglich mit zu Hause und weiß alles, was dort läuft. Es war eine schwierige Zeit für jeden meiner Landsleute. Aber jetzt ist es ruhig und es sieht so aus, als sei der Krieg vorbei», berichtete Kobiaschwili.
Der Mittelfeldspieler hofft nun darauf, dass sein Heimatland wieder zur Normalität und sein Team bei den nächsten Spielen ins gewohnte Umfeld zurückkehren können. «Ich glaube, wenn nichts passiert, können wir unsere Heimspiele im Oktober wieder in Tiflis austragen», sagte Kobiaschwili. Zuvor steht aber bereits am Mittwoch der schwere Gang zum Weltmeister nach Italien an. «Das wird auch nicht einfach», prophezeite Kobiaschwili.
dpa
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