Dienstag, 9. September 2008 / 19:33 Uhr
Hamburg - Der 10. September könnte für Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech der letzte Arbeitstag sein - und bei dem ungeliebten Coach scheinen die Nerven blank zu liegen.
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«Euch gefällt der Geruch von Blut. Ich bin froh, dass die Guillotine nicht mehr existiert. Denn ansonsten hätten wohl einige von euch Freude daran, mich dort hinzuschicken», sagte Domenech auf einer Pressekonferenz im Trainingslager der «Équipe tricolore» in der Nähe von Paris zu den versammelten Journalisten.
Bei einer Pleite gegen Serbien wäre die Amtszeit von Frankreichs Coach Domenech wohl beendet.
«Wir befinden uns nicht in der Epoche der Guillotine», hatte zuvor der Präsident des Französischen Fußballverbandes (FFF), Jean-Pierre Escalettes, gesagt, um den Ernst der Lage zu unterstreichen. Im zweiten WM-Qualifikationsspiel in Paris gegen Serbien ist für Domenech ein Sieg Pflicht. Bei einer erneuen Pleite wie bei der 1:3-Niederlage gegen Österreich wäre seine Amtszeit nach vier Jahren und zwei Monaten wohl beendet. Auch die französische Tageszeitung «Le Figaro» titelte: «Domenech spielt um seinen Kopf.»
Die Anspannung war im französischen Leistungszentrum in Clairefontaine zu spüren. Die Führungsspieler Thierry Henry und William Gallas sollen sich mit dem Trainerteam angelegt haben. Ein Streitgrund sollen die Frühstückszeiten der Nationalmannschaft gewesen sein. «Derzeit hat man den Eindruck, dass da wieder eine Revolution kommt», sagte Domenech, der erneut hervorhob, dass erst ein Qualifikationsspiel absolviert wurde. «Wir haben es verloren und das ist nicht gut. Aber es sind immer noch 27 Punkte zu vergeben.»
Dabei steht sein potenzieller Nachfolger längst bereit. Ex-Kapitän Didier Deschamps ist nach seinem Trainer-Engagement bei Juventus Turin momentan arbeitslos und könnte Domenech sofort beerben. In Zinédine Zidane hat Deschamps zudem einen prominenten Fürsprecher.
Anfang Juli 2008, nach dem kläglichen EM-Vorrunden-Aus der Franzosen, hatte der Trainer nach einer Krisensitzung eine Schonfrist für die ersten drei WM-Qualifikationsspiele bekommen, in denen Domenech mindestens fünf Punkte holen muss. Für viele war schon diese Schonfrist ein Fehler. Fans und Medien hatten sich bereits nach der EM 2008 die Demission des ungeliebten Trainers gewünscht. Domenech gilt als arrogant und unbelehrbar. «Meine ironische Art macht den Anschein, als ob ich mich über andere Menschen lustig machen würde - aber das ist falsch», sagte er. Dennoch: «Für Domenech heißt es jetzt: ein Sieg oder die Tür», schrieb «Le Parisien».
Domenech wird vorgeworfen, zu lange der alten Generation um Rekordnationalspieler Lilian Thuram (36), Rekordtorjäger Henry (31) und Patrick Vieira (32) vertraut zu haben anstatt dem talentierten Nachwuchs. Die in Grüppchen zersplitterte Mannschaft hat es bisher vermieden, öffentlich Kritik zu äußern. Der Verteidiger vom AS Rom, Philippe Mexès, bei der Niederlage gegen Österreich an allen drei Gegentoren beteiligt, gab seinem Trainer sogar Rückendeckung. «Was geschehen ist, war mehr mein Fehler als der des Trainers», sagte Mexès. «Alle Spieler vertrauen ihm.» Nur Florent Malouda vom FC Chelsea griff seinen Trainer bisher an und wurde beim Spiel gegen Österreich prompt auf die Tribüne verbannt.
Für das Spiel gegen Serbien hat Domenech Wiedergutmachung und eine offensivere Taktik versprochen. Ein Offensivspektakel erwarten die enttäuschten Zuschauer im Pariser Stade de France eher nicht. Das Stadion soll zum ersten Mal seit der Erbauung im WM-Jahr 1998 nicht ausverkauft sein.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
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