Mittwoch, 10. September 2008 / 13:34 Uhr
Nürnberg - Sieben Monate nach der Trennung von Hans Meyer treffen sich der 1. FC Nürnberg und sein früherer Trainer vor dem Arbeitsgericht wieder.
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«Ich will das Geld, das mir zusteht», drängt der 65-Jährige vor dem Gütetermin am 12. Sepptember beim Arbeitsgericht Nürnberg auf Weiterzahlung seines Gehalts bei dem inzwischen zum Zweitligisten abgestiegenen Traditionsclub. Der Verein sieht dagegen das Beschäftigungsverhältnis seit dem 30. Juni 2008 als beendet an. Sollte es zu keiner Einigung kommen, wäre eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht unvermeidlich.
Trainer Hans Meyer (l) und der Nürnbergs Präsident Michael A. Roth jubelten einst gemeinsam.
Im Februar hatte sich der damalige Bundesligist von seinem Erfolgscoach getrennt, beendet war die fränkisch-thüringische Liaison damit aber nicht. «Es ist klar, dass Hans Meyer, in welcher Funktion auch immer, dem Verein helfen wird. Sei es als Berater oder als Spiel-Sichter», erklärte «Club»-Manager Martin Bader. Harmonie pur herrschte auch nach der Trennung, doch mit dem Bundesliga-Abstieg stellten die Franken zum Saisonende die Gehaltszahlung an ihren geschassten Trainer kurzerhand ein. Begründung: Meyer habe immer ausgeschlossen, noch einmal in der 2. Liga trainieren zu wollen.
Dagegen macht Meyer geltend, von keiner Seite sei bislang eine Kündigung seines noch bis Mitte 2009 laufenden Vertrags erfolgt. Deshalb hat der einstige «Franken-König» den Verein zunächst auf Lohnfortzahlung für den Monat Juli in Höhe von 140 000 Euro nebst Zinsen verklagt. Anfang August scheiterte ein Schlichtungsversuch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).
Jahrelang schien die Liebe zwischen Meyer und dem Fahrstuhl-«Club» ungetrübt. Nach seiner Verpflichtung im November 2005 rettete der Thüringer den neunmaligen deutschen Meister nicht nur vor dem erneuten Bundesliga-Abstieg, sondern bescherte einer ganzen Fußball-Region mit dem Pokalsieg 2007 den ersten Titel seit fast 40 Jahren. Zudem durften die Franken in der vergangenen Spielzeit auf UEFA-Pokal-Reise gehen. «Hans Meyer ist für uns der perfekte Trainer», jubelte Nürnbergs Präsident Michael A. Roth. «Er ist der Hans im Glück für uns.»
Die Glücksgefühle von einst sind Vergangenheit, nun droht der früheren Traumehe ein handfester Rosenkrieg. Und wie im richtigen Leben geht es dabei vor allem ums Geld. Sollte Meyer bei einem möglichen Streitfall vor Gericht am Ende Recht bekommen, stünden ihm möglicherweise bis Mitte 2009 insgesamt rund 1,7 Millionen Euro zu.
dpa
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