Donnerstag, 11. September 2008 / 14:33 Uhr
Hamburg - Dem Dauerstress als Bayern-Coach hatte sich Ottmar Hitzfeld nicht mehr aussetzen wollen, bei seinem Vorruhestandsposten in der Schweiz steht er nun bereits zu Beginn mit dem Rücken zur Wand.
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Gegen Fußball-Zwerg Luxemburg kassierten die Eidgenossen in Zürich ein blamables 1:2 und warten auch nach dem 2. Spieltag der WM- Qualifikation auf den ersten Sieg. «Schämt euch!» spottete das Schweizer Boulevard-Blatt «Blick». «Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert», konstatierte Hitzfeld. Aufbruchstimmung herrscht dagegen im Fußball-Mutterland: England nahm beim 4:1 in Kroatien eindrucksvoll Revanche für die beiden Niederlagen in der EM- Qualifikation. Seinen Kopf vorerst aus der Schlinge gezogen hat Frankreichs «Selectionneur» Raymond Domenech: Die «Grande Nation» ließ der 1:3-Schmach in Wien einen 2:1-Sieg gegen Serbien folgen.
«Kein stolzer Mann mehr, sondern ein Häufchen Elend. Er war das perfekte Abbild seiner Mannschaft», schrieb der Züricher «Tagesanzeiger» über Hitzfeld nach der peinlichen Niederlage gegen den 152. der FIFA-Weltrangliste. Kapitän Alex Frei, der sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause feierte, meinte: «Es war die bitterste Niederlage in meiner Karriere. Man kann es nicht schönreden.» Hitzfeld gab sich kämpferisch: «Wenn es brennt, bin ich noch motivierter.» Nach dem 2:2 in Israel, bei dem die «Nati» in letzter Sekunde eine 2:0-Führung verspielt hatte, steht nun unter dem Strich nur ein Zähler. Eine weitaus bessere Ausgangsposition in der Gruppe 2 verschaffte sich Otto Rehhagel mit Griechenland. Beim 2:0 in Lettland dank zweier Tore von Theofanis Gekas fuhr der Ex- Europameister seinen zweiten Sieg ein.
Der Kroatien-Trip Englands mit seinem neuen Coach Fabio Capello kam einem Triumphzug gleich. In 35 Pflichtspielen war der von Slaven Bilic trainierte EM-Viertelfinalist daheim zuvor nicht besiegt worden, ehe ihn die «Three Lions» beim 1:4 förmlich deklassierten. Den Erfolg fuhr der 19-jährige Theo Walcott mit seinem Dreierpack fast im Alleingang ein, Wayne Rooney beendete seine fast einjährige Durststrecke im Nationaltrikot. «The Sun» feierte den Erfolg in Zagreb bereits als den «Beginn eines neuen Zeitalters». Auch Bilic erkannte neidlos an: «Ich gratuliere England, sie waren exzellent.» Capello, der nach dem mühevollen 2:0 in Andorra schon in die Kritik geraten war, warnte vor allzu großer Euphorie: «Dies ist nur ein Sieg, eine gute Leistung und nichts mehr.»
Frankreich sicherte Domenech mit dem Dreier gegen Serbien zunächst den Job: Nun kann der 56-Jährige die vom Verband gesetzte Vorgabe (5 Punkte aus den ersten 3 WM-Qualifikationsspielen) noch erfüllen. «Noch am Leben», titelte die Sportzeitung «L'Equipe» nach dem 2:1. «Ich bin erleichtert zu wissen, dass die Mannschaft das umsetzen konnte, was ich von ihr erwartet habe», sagte Domenech gewohnt trotzig. Selbst nach dem Führungstreffer durch Thierry Henry hatte er sich von den eigenen Fans im nicht ausverkauften Stade de France «Domenech, raus!»-Sprechchöre anhören müssen. Die Anhänger waren erst nach dem 2:0 durch Nicolas Anelka besänftigt «Diese drei Punkte haben wir ganz dringend gebraucht - egal wie», sagte Henry. Die Ausgangslage in der Gruppe 7 ist nun umso erfreulicher für den Vize- Weltmeister, da Österreich überraschend 0:2 in Litauen verlor.
Weltmeister Italien fuhr in der Gruppe 8 einen sicheren, wenn auch glanzlosen 2:0-Erfolg in Udine gegen Georgien ein und kommt damit auf die Maximal-Ausbeute von sechs Zählern. Gleiches gelang Europameister Spanien, der in der Gruppe 5 daheim ungefährdet 4:0 gegen Armenien gewann. Die in der Gruppe 1 favorisierten Portugiesen kassierten überraschend eine 2:3-Last-Minute-Heimpleite gegen Dänemark. Bert van Marwijk feierte beim 2:1 in Mazedonien in der Gruppe 9 ein gelungenes Pflichtspiel-Debüt als Coach der Niederlande. Das zwischenzeitliche 2:0 hatte der Ex-HSV-er Rafael van der Vaart beigesteuert.
Einen Holperstart erlebte Deutschlands vermeintlich stärkster Gruppengegner Russland beim 2:1 in Moskau über Wales. Ebenfalls in der Gruppe 4 kam Berti Vogts mit Aserbaidschan in Baku gegen Liechtenstein nur zu einem 0:0. Damit musste der Ex-Bundestrainer nach dem 0:1 in Wales bereits die zweite Enttäuschung hinnehmen. Doch Vogts warb bei den kritischen Medien des Landes um Verständnis: «Wir können nicht über Nacht auf den Mond kommen.»
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
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