Freitag, 12. September 2008 / 12:12 Uhr
Frankfurt/Main - Die geplante Verkürzung der Bundesliga-Winterpause ab der kommenden Saison ist nur noch Formsache, die Wiedereinführung des Ligapokals mit allen 36 Profi-Vereinen dagegen längst nicht in trockenen Tüchern.
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«Die Verkürzung der Winterpause auf vier bis fünf Wochen wird kommen. Darüber gibt es unter den Managern Konsens. Das muss nur noch vom DFB-Präsidium verabschiedet werden», erklärte Holger Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb bei der Deutschen Fußball Liga (DFL), bei einem Hintergrundgespräch in Frankfurt/Main.
Der Entwurf des neuen Rahmenterminkalenders, der mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgestimmt werden soll, sehe vor, dass künftig «bis an Weihnachten ran» gespielt und die Saison im Januar früher als bisher fortgesetzt wird. An den Feiertagen werde es aber definitiv keinen Spielbetrieb geben. «Weihnachten wird nicht gespielt», betonte Hieronymus.
Durch die Verkürzung der Winterpause könne der Spielplan flexibler gestaltet werden. «Spiele in englischen Wochen sind fan-unfreundlich und für die Vereine wirtschaftlich ungünstiger als am Wochenende», begründete der ehemalige Bundesligaprofi den Plan. Kritik wegen einer mit der Reform einhergehenden Verkürzung der Regenerationszeiten für die Spieler erwartet Hieronymus nicht. «Die Meinung der Mediziner, dass man eine siebenwöchige Spielpause benötigt, ist nicht mehr vorherrschend», sagte er.
Bei der vom Vorstand des Ligaverbandes bereits beschlossenen Wiedereinführung des Ligapokals stehen der DFL dagegen noch kontroverse Diskussionen ins Haus. Der Vorschlag, dass alle 36 Proficlubs an dem neuen Wettbewerb mit sechs Runden über die gesamte Saison teilnehmen sollen, ist zwar von den kleineren Clubs begrüßt, von den international beschäftigten Vereinen aber sehr zurückhaltend aufgenommen worden. Sie fürchten eine noch höhere Belastung ihrer oftmals auf vier Hochzeiten (Bundesliga, DFB-Pokal, Europacup, Nationalmannschaft) tanzenden Spieler.
Der momentane Plan sieht vor, dass die 1. Runde mit 20 Teams (18 Zweitligisten plus 2 Bundesliga-Absteiger) gespielt wird. Zu den 10 Siegern stoßen in der 2. Runde weitere 10 Bundesligisten. Die sechs international beschäftigten Vereine sollen erst in der 3. Runde in den Wettbewerb einsteigen, der jedoch sportlich bedeutungslos ist. «Es wäre natürlich wünschenswert, wenn der Sieger ein Startrecht im UEFA-Pokal bekäme. Diese Möglichkeit sehe ich derzeit aber nicht», räumte Hieronymus ein.
Anders als im DFB-Pokal sollen die Spiele nicht ausgelost, sondern per Setzliste anhand der Abschlusstabellen aus der Vorsaison festgelegt werden. Obwohl sich der Modus vom DFB-Pokal leicht unterscheidet, erwartet Hieronymus vom Verband kaum Zustimmung. «Natürlich wäre der Ligapokal eine Konkurrenz zum DFB-Pokal. Ich würde verstehen, wenn sich der DFB nicht darüber freut», sagte Hieronymus und kündigte eine intensive Prüfung des Modells und der Vermarktungsmöglichkeiten an: «Wir wollen keinen Wettbewerb durch die Saison schleppen, der sinnlos ist.»
dpa
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