Freitag, 12. September 2008 / 17:54 Uhr
München - Ausgerechnet vor dem Gastspiel bei «seinem» 1. FC Köln sind die Aussichten von Fußball-Nationalstürmer Lukas Podolski bei Meister FC Bayern München wieder extrem düster.
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«Er muss zeigen, dass er besser ist. Das kann ein langfristiger Prozess sein - über mehrere Monate oder Jahre. Da muss Lukas eben durch», sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. Der 23-jährige Podolski bleibt Bankdrücker hinter Luca Toni und Miroslav Klose. «Lukas ist nach wie vor der Herausforderer der beiden Platzhirsche», sagte Klinsmann.
Vor zwei Jahren, nach der Heim-Weltmeisterschaft, war Podolski zum deutschen Branchenführer gewechselt. Doch allmählich bereut der Jungstar den eigentlich als Schritt nach vorn gedachten Transfer. «Nein, nochmal würde ich dann nicht unterschreiben», beschrieb er vor kurzem seinen Frust in München. «Wenn ich wüsste, dass es dann wieder so läuft wie jetzt gerade, dann nicht.» Bis zur Winterpause, in der ein Weggang anstehen könnte, will der Angreifer aber um seine wohl letzte Chance kämpfen: «Abwarten, wie es bis dahin läuft.»
In der Nationalmannschaft glänzt Podolski regelmäßig, doch im Verein bleibt auch unter seinem alten Förderer Klinsmann nur die Bank. Als sich der Jungstar lautstark über seine Reservistenrolle beklagte, kam der Konter der Bayern-Oberen prompt und deutlich: «Lukas muss sich jetzt auf seinen Job konzentrieren und aufhören, in der Ecke zu jammern, schlecht gelaunt zu sein und über seine so schwierige Situation zu lamentieren», tadelte Manager Uli Hoeneß Podolski. Auch Franz Beckenbauer äußerte in einem DSF-Interview Unterstützung für Hoeneß und Klinsmann: «Lukas sollte sich der Bedeutung, beim FC Bayern spielen zu dürfen, bewusst sein. Er sollte den Konkurrenzkampf annehmen und sich durchsetzen.»
Zwei Tore erzielte Podolski gegen Liechtenstein, doch Klinsmann wies nach dem Dreierpack von Miroslav Klose in der WM-Qualifikation gegen Finnland Podolski dauerhaft die Joker-Rolle zu. Immerhin brachte der Trainer Verständnis für den unglücklichen Angreifer auf: «Wenn er damit zufrieden wäre, wäre ich nicht zufrieden.»
Spaß hat Podolski derzeit nur im Nationalteam, wo er von Bundestrainer Joachim Löw aktuell gesetzt ist. «Ich bin immer enttäuscht, wenn ich auf der Bank sitze», sagte die rheinische Frohnatur («Meine Liebe ist natürlich der 1. FC Köln») - doch Podolski ist im sportlichen Exil in München offenbar der Spaß vergangen. «Lukas hat bei Bayern einen größeren Konkurrenzkampf als in der Nationalmannschaft. Um sich an einem Luca Toni, einem Miroslav Klose oder einem Franck Ribéry vorbei zu spielen, muss man schon hart arbeiten», forderte Beckenbauer noch mehr Trainings-Ehrgeiz ein.
Unverhohlen wirbt Kölns Trainer Christoph Daum um den Publikumsliebling: «Er braucht auch eine gewisse Umgebung, um Bestleistungen bringen zu können, und die wird ihm hier in Köln geboten», sagte er dem Deutschen Sportfernsehen (DSF). Und: «Man kann Podolski keinen Vorwurf machen, wenn er seine Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringt», warb Daum um Verständnis für den Bayern-Bankdrücker - und für Klinsmann: «Er ist ein exzellenter Trainer. Er wird immer so aufstellen, dass er den höchstmöglichen Erfolg erzielen kann.»
dpa
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