Sonntag, 14. September 2008 / 10:06 Uhr
Bremen - Zwei Sonntags-Schüsse am Samstag haben Werder Bremen gegen Energie Cottbus eine gelungene Generalprobe beschert.
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Gerade noch rechtzeitig vor dem Champions-League-Auftakt und dem folgenden Bundesliga-Spitzenspiel bei Meister Bayern München haben die 20- Meter-Knaller von Diego (75. Minute) und Torsten Frings (80.) für den erhofften Befreiungsschlag gesorgt.
Nach dem schwachen Saisonstart bewies Werder im Geduldsspiel gegen Energie Cottbus alte Stärke und feierte dank der Zugabe von Boubacar Sanogo (83.) mit 3:0 (0:0) den ersten Punktsieg in dieser Saison auch in verdienter Höhe. «Das war wichtig in einer Woche mit Famagusta und Bayern», kommentierte der erleichterte Diego, der den Bann brach.
Cottbus, der neue Tabellenletzte, lieferte den passenden Sparringspartner für das Spiel gegen den Champions-League-Außenseiter aus Zypern. «Ich glaube, dass sie ähnlich spielen», sagte Diego, der trotz der Reisestrapazen nach der WM-Qualifikation in Südamerika frisch wirkte und nach vielen ungenutzten Torchancen mit einem herrlichen Distanzschuss die Anspannung löste. «Ich habe schon vorher zur Uhr geschaut», gestand Manager Klaus Allofs. Und Frings gab zu, dass «man mit der Zeit unruhig wird, wenn man die vergebenen Möglichkeiten sieht».
Die Situation war ernster, als es die Bremer im Vorfeld eingestehen wollten. «Es war jetzt wichtig, einen Sieg einzufahren», erklärte Allofs: «Es ist ja schon alles infrage gestellt worden nach der wirklich schwachen Leistung in Gladbach.» Und auch Frings sagte angesichts von nur zwei Punkten aus den vorherigen drei Punktspielen: «Wir standen schon gefährlich unter Druck. Wenn wir gegen Cottbus nicht gewonnen hätten, hätten wir das lange mit uns rumgeschleppt.»
Der deutsche Vizemeister kam bei der Pflichtaufgabe gegen die harmlosen Gäste auf fast unglaubliche 70 Prozent Ballbesitz - und ließ nicht eine einzige Torchance der Lausitzer zu. Werder war drückend überlegen, ließ die Cottbuser überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und schwächelte lange Zeit nur bei der Chancenverwertung. «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagte Trainer Thomas Schaaf. Bei einem Gegner wie Cottbus «weiß man, dass man Geduld haben muss». Ähnlich dürfte es gegen Champions-League-Neuling Anorthosis Famagusta aussehen, auch wenn Allofs warnte: «Das ist keine Mannschaft, die sich hinten reinstellt.»
Fast ein Dutzend bester Möglichkeiten vergab Werder bis zur Schluss-Viertelstunde. «Bei den zwei Sonntags-Schüssen hatten wir das Glück, das wir vorher nicht hatten», kommentierte Frings. Gemeinsam mit Diego kurbelte der Nationalspieler nach zweiwöchiger Pause wegen eines Nasenbeinbruchs das Werder-Spiel an. Mindestens genauso wichtig aber war das Comeback von Per Mertesacker. Der acht Wochen verletzte und bisher vermisste Garant für mehr Stabilität bot gemeinsam mit Naldo die notwendige Sicherheit für den Offensiv-Schwung.
Während die Bremer die Wende schafften, rutschte Cottbus auf den letzten Platz und blieb auch im vierten Saisonspiel ohne Tor. «Wir hatten zu wenig Mut und zu viel Angst», klagte Energie-Coach Bojan Prasnikar. Allzu harmlos agierten das Energie-Team, wirkte bei den wenigen Kontern mutlos. «So ist es schwer, einen Punkt zu holen», sagte der Cottbuser Trainer.
dpa
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