Sonntag, 21. September 2008 / 10:25 Uhr
München - Kaum hieß es auf der Wiesn «Ozapft is», da hatte Jürgen Klinsmann auch schon einen Kater. So kräftig eingeschenkt wie beim 2:5 (0:2) gegen Werder Bremen wurde dem FC Bayern München zum Start des Oktoberfestes nie zuvor in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte.
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Nachdem die Hanseaten dem Süd-Rivalen ausgerechnet am ersten Tag des größten Volksfestes der Welt buchstäblich die Lederhosen ausgezogen hatten, mochte Klinsmann nicht einmal mehr den Ratschlägen des «Kaisers» folgen. «Ich beneide Dich nicht, trink ein paar Wiesn-Maß heute Abend», riet Bayern-Präsident Franz Beckenbauer via TV dem neuen Coach, doch Asket Klinsmann war bedient: «Ich nehme immer jeden Ratschlag von Franz gerne an, aber diesem werde ich nicht nachkommen», sagte der 44-Jährige.
Gleich fünf Stück vom Erzrivalen, der erst in der Schlussphase im Gefühl des sicheren Sieges seinen Ex-Spieler Tim Borowski zu zwei Treffern einlud, schlugen Klinsmann mächtig aufs Gemüt. «Wir haben eine herbe Klatsche bekommen. Man muss zugestehen, der Gegner war besser und hat uns eine Lektion gegeben. Daraus muss man lernen», sagte der ehemalige Bundestrainer, der bei der ersten Pflichtspiel-Niederlage mit den Bayern an der Seitenlinie mehr kämpfte als einige seiner hoch bezahlten Stars auf dem Platz. Dank Borowski verhinderte der FC Bayern zwar die höchste Heimpleite seit fast drei Jahrzehnten. Doch mehr Gegentreffer hatte es zuletzt vor 32 Jahren beim 0:7 gegen Schalke gegeben. Damals war Beckenbauer noch auf dem Platz dabei.
Während Klinsmann in der Schlussphase des Spiels vom gegnerischen Anhang mit Sprechchören verhöhnt wurde, genossen die Bremer ihre Tor-Gala im Nord-Süd-Schlager. «Wir sind auch keine Thekenmannschaft», sagte Werders Kapitän Frank Baumann, der in der Woche nach dem 0:0 in der Champions League gegen Famagusta noch Kritik am Team geübt hatte. Manager Klaus Allofs stimmte trotz aller Freude mahnende Worte an. «Wir sollten aus den ersten Wochen der Saison gelernt haben und die gute Ausgangssituation nicht mehr aufs Spiel setzen, sondern diese ausbauen. Durch eine außergewöhnliche Leistung sind wir jetzt wieder im Rennen», betonte Allofs nach dem Sprung seiner Truppe unter die Top Fünf - vorbei am FC Bayern.
Markus Rosenberg (30./67.), Naldo (45.), der überragende Mesut Özil (54.) und Rückkehrer Claudio Pizarro (59.) waren vor 69 000 Zuschauern gegen die Alibi-Abwehr des Gastgebers die Torschützen. «Wenn wir Dinge wie heute abrufen, können wir fantastische Leistungen zeigen», lobte Werders Trainer Thomas Schaaf, der aber gleich wieder warnte: «Nicht total durchdrehen, wir haben drei Punkte geholt.»
Wie der stille Schaaf zeigte aber auch der impulsive Klinsmann die für ihn typische Reaktion. «Wir liegen im Moment auf dem Boden. Aber wir werden wieder aufstehen und vielleicht noch stärker sein als vorher», mutmaßte der Bayern-Trainer, der nach der gemeinsamen Zusammenkunft in der Kabine im Gegensatz zu den Vorständen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß Rede und Antwort stand.
Wortlos dampfte auch Bayerns unsicherer Keeper Michael Rensing ab, nachdem mit der ersten Niederlage im 28. Bundesliga-Spiel seine Erfolgsserie gerissen war. Der Nachfolger von Oliver Kahn wusste genau, dass nicht nur auf die Mannschaft, sondern speziell auf ihn turbulente Tage zukommen. «Nach so einer Leistung ist Kritik sicher angebracht», sagte Doppel-Torschütze Borowski. «Aber Fehler sollte man nicht beim Nachbarn suchen, sondern bei sich selbst.»
Die Bremer wollen nun im DFB-Pokal bei Erzgebirge Aue nachlegen, die Münchner sich im bayerisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg rehabilitieren. Für dieses Spiel soll Franck Ribéry, dessen Spielwitz gegen Bremen fehlte, laut Klinsmann in den Kader zurückkehren. Beim Treffer zum 0:5 klatschte sein Töchterchen mit dem Lolly im Mund den Bremern Beifall - bald will der Vater wieder dafür sorgen, dass nur der «richtigen» Mannschaft applaudiert wird.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
1. Puyol schrieb am 21.09.2008 um 14:39:29:
Klinsmann sollte sich schnellst möglich Gedanken über seine Fehler machen und diese schnell beheben. Er hat kein gutes Standing bei den Fans und ist vielleicht schneller wieder in Kalifornien als man Gedacht hätte. Auf ****steiger statt auf Sosa als Spielmacher zu setzten ist ein Fehler. Sosa hat die bessere Übersicht und ist am ball nochmal ein Stück besser. Warum Klinsmann auf den schon in Bukarest schlechten Lell setzt ist mir auch ein Rätsel.
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