Sonntag, 21. September 2008 / 18:36 Uhr
München - Nach der 2:5-Blamage des deutschen Fußball- Meisters Bayern München gegen Werder Bremen hat sich Trainer Jürgen Klinsmann schützend vor Torhüter Michael Rensing gestellt.
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«Um einen Spieler weiter zu entwickeln, muss ein Spieler Fehler machen. Beim Torwart wiegt ein Fehler immer viel mehr als bei einem Feldspieler, deshalb ist die Diskussion größer. Der Michael hat unser Vertrauen», betonte Klinsmann in der ARD-Sportschau. Man werde Rensing weiter aufbauen, denn er habe das Zeug zur Nummer 1 beim FC Bayern.
«Nach dem Olli die Karriere zu starten ist alles andere als einfach. Aber er nimmt das super an, er entwickelt sich toll und wenn mal einer daneben geht, geht er daneben. Ist kein Problem», sagte der 44-jährige Klinsmann im ZDF-«Sportstudio» und ergänzte in der ARD. «Das ist ganz normal, dass Michael diese ersten Monate, die er als Nummer 1 erlebt, sehr emotional erlebt. Er wird diese Wochen und Monate mit dem einen oder anderen Fehler zu kämpfen zu haben.»
Dass Klinsmann im Tor auf die Dienste des erfahreneren Hans-Jörg Butt zurückgreifen werde, schloss der Bayern-Trainer aus. «Ja absolut. Wir haben Hans-Jörg verpflichtet als gestandene Nummer 2. Das hilft dem Michael den Weg zu ebnen», sagte der ehemalige Bundestrainer. Oliver-Kahn-Nachfolger Rensing hatte beim Debakel am Samstag in München einen unsicheren Eindruck gemacht und musste im 28. Bundesliga-Spiel (Rekord) seine erste Niederlage einstecken.
Zwar konnte und wollte niemand die Niederlage an Rensing festmachen, dennoch wird der 24-Jährige in seiner ersten Saison als Nummer 1 besonders kritisch beäugt. Trotz vieler Vorschusslorbeeren konnte der Keeper bislang nicht vollends überzeugen. Vor allem beim Herauslaufen offenbarte der Bayern-Torwart, der am Samstag wortlos als einer der ersten das Stadion verließ, aber Schwächen.
Rückendeckung erhielt Rensing auch von Günter Netzer. «Bayern hat kein Torwart-Problem. Denn Rensing ist ein guter Torwart, der sich aber noch auf der Suche nach seiner Form befindet», schrieb Netzer in der «Bild am Sonntag». Er zählt Rensing in die Kategorie von René Adler und Manuel Neuer.
Bezeichnend war eine Szene in der ersten Spielhälfte. Nachdem Rensing sich bei einer Bremer Flanke verschätzt und Daniel van Buyten im Rücken getroffen hatte, wurde der Torwart von dem Belgier lautstark zusammengestaucht. Kaum vorstellbar, dass sich van Buyten das auch bei Kahn getraut hätte. «Michael Rensing steht am Anfang und da muss er sich solche Äußerungen gefallen lassen», sagte Franz Beckenbauer im TV-Sender «Premiere».
dpa
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