Montag, 22. September 2008 / 11:52 Uhr
Mailand - Der AC Mailand ist wieder da: Mit einem fulminanten 4:1-Sieg gegen Lazio Rom hat das Team von Trainer Carlo Ancelotti Wiedergutmachung betrieben.
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«Das war das echte Milan», bejubelte Club-Besitzer Silvio Berlusconi am dritten Spieltag den ersten Punkterfolg seiner Mannschaft in der italienischen Serie A. Pünktlich zum Start der englischen Woche bläst Milan zur Aufholjagd bei Kellerkind Reggina Calcio und gegen Lokalrivale Inter am 28. September. «Das Team muss mir ein Geschenk machen», forderte Berlusconi den Derby-Sieg am Vortag seines 72. Geburtstages.
Und damit nicht genug. Kaum hat sich Milan nach seinem Fehlstart berappelt, greift der italienische Ministerpräsident schon wieder nach den Sternen: «Dieses Jahr hat die Mannschaft den Auftrag, die Meisterschaft und den UEFA-Pokal zu gewinnen», betonte der Medienzar. Der Kantersieg gegen den bisherigen Tabellenführer aus Rom soll die Initialzündung gewesen sein. «Diesen Sieg hatten wir dringend nötig, er soll uns als Beispiel für die nächsten Spiele dienen», meinte Kakà.
Gegen Lazio präsentierten sich Milans Star-Solisten in dieser Serie-A-Saison erstmals als echte Mannschaft. «Wir haben viel miteinander gesprochen», verriet Kakà, was den neuen Teamgeist geweckt habe. Milans Vize-Präsident Adriano Galliani erkannte endlich auch wieder «Ordnung auf dem Platz». Die löchrige Abwehr zeigte Disziplin, das Mittelfeld Kreativität und der Sturm Zuverlässigkeit im Abschluss. So kamen Clarence Seedorf (8.), Gianluca Zambrotta (35.), Alexander Pato (49.) und Kaka (60.) zum Erfolg. «Vier Tore gegen die Krise», kommentierte der «Corriere dello Sport» am Montag das Mailänder Schützenfest.
Einzig Trainer Ancelotti wollte noch nicht so recht in die Jubelarien einstimmen. «Ich weiß nicht, ob wir unsere Schwierigkeiten schon überwunden haben», sagte der Coach, dessen Zukunft bei Milan vielen ungewiss erscheint. Kurz vor dem Lazio-Spiel hatte Berlusconi den Trainer zwar noch einmal im Amt bestätigt, ihm gleichzeitig aber gewarnt, er solle «wachsam» bleiben.
Erst ein Derby-Sieg gegen Inter würde Ancelotti wirklich aus der Schusslinie bringen. Der aber wird schwer. Anders als Milan ist Werder Bremens Champions League-Gegner glänzend in die Saison gestartet. Mit einem souveränen 3:1 beim AC Turin übernahm der Titelverteidiger (7 Punkte) am Sonntag die Tabellenspitze. «Eine Stunde lang haben wir perfekten Fußball gespielt», lobte Trainer Jose Mourinho.
Punktgleich Zweiter ist Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin. «So kaltschnäuzig sind wir bereit für den Titel», freute sich Juve-Coach Claudio Ranieri über den 1:0-Sieg in Cagliari. Einziger Wermutstropfen für die Turiner war die Adduktorenverletzung von Nationaltorwart Gianluigi Buffon. «Ich werde wohl eine Woche ausfallen», meinte der Keeper.
dpa
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