Mittwoch, 24. September 2008 / 10:40 Uhr
Augsburg - Ohne die gewohnten Europacup-Festabende entwickelt Bayer Leverkusen ungewohnten Ehrgeiz im DFB-Pokal.
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Beim souveränen 2:0 (1:0) beim Zweitligisten FC Augsburg bestanden die Spaß-Kicker vom Rhein nicht nur den von Trainer Bruno Labbadia geforderten Charaktertest, sondern zogen erstmals nach fünf Jahren wieder ins Achtelfinale ein. Und das soll noch lange nicht die Endstation sein, der Pokalsieger von 1993 will endlich wieder nach Berlin und vor allem zurück auf Europas Fußball-Bühne. «Das beste Beispiel sind doch die Dortmunder», sagte Sportdirektor Rudi Völler. Die Borussia schaffte in der letzten Saison als Pokal-Finalist den Sprung ins internationale Geschäft. «Wir wollen aber gewinnen und Pokalsieger werden», meinte Völler augenzwinkernd.
Der Werksclub hofft auf Losglück. Denn Augsburg war das 14. Pokal-Auswärtsspiel nacheinander. «Das ist Wahnsinn», stöhnte Völler. Schussglück hatte vor 11 117 Zuschauern im Rosenau-Stadion Stefan Kießling, der mit einem Volley-Knaller aus 33 Metern das 1:0 erzielte (36.). Treffer Nummer zwei schoss Arturo Vidal (79.).
«Das war ein Traumtor von Stefan», schwärmte Völler. «Ich habe kurz geguckt», erzählte Kießling, der gesehen hatte, dass Torwart Wassili Chomutowski einige Meter vor der Linie stand. Die fulminante Bogenlampe senkte sich über den Weißrussen hinweg ins Netz. «Genau so sollte der Schuss sein», bemerkte der Schütze mit einem Grinsen.
«Es freut mich, dass sich Stefan, der unglaublich viel für die Mannschaft tut, mit so einem Tor für seine Arbeit belohnt», sagte Labbadia. Weitere Tore könnten den 24-Jährigen auch wieder für Bundestrainer Joachim Löw interessant machen. Doch beim Thema Nationalmannschaft wiegelte der bislang einmal im DFB-Trikot eingesetzte Kießling ab: «Dazu gibt's kein Wort von mir.» Ex-DFB-Teamchef Völler gab sich auskunftsfreudiger: «Ich sehe keinen Grund, warum Stefan den Sprung nicht schaffen sollte.»
Das junge, spielfreudige Bayer-Team scheint insgesamt im Kommen. «Der alte Spruch, 'der Ball muss dein Freund sein', ist bei uns extrem ausgeprägt», sagte Völler über die Spielfreude. Für Labbadia war «enorm wichtig», dass seine Mannschaft nach dem 4:0-Ligasieg gegen Hannover 96 auch die Pokal-Aufgabe total ernst nahm. Augsburgs Trainer Holger Fach brachte den Klassenunterschied auf den Punkt: «Die besser besetzte, fußballerisch bessere, reifere und klassenhöhere Mannschaft ist folgerichtig weitergekommen.»
dpa
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