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Führung des polnischen Fußballverbandes entmachtet

Warschau - Der Co-Gastgeber für die Fußball-Europameisterschaft 2012 kommt nicht zur Ruhe. Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki hat überraschend die Führung des polnischen Fußballverbandes PZPN entmachtet.

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Auf seinen Antrag hin setzte das Schlichtungsgericht beim Polnischen Olympischen Komitee PKOL am 29. September als kommissarischen Verwalter Robert Zawlocki ein. Die von seinem Ministerium durchgeführte Kontrolle habe «zahlreiche Unregelmäßigkeiten» in der Arbeit des Verbandes aufgedeckt, sagte Drzewiecki vor Journalisten in Warschau. Die Statuten seien verletzt worden, die Bekämpfung der Korruption unterlassen. Der polnische Fußball wird seit Jahren immer wieder von Schmiergeldskandalen erschüttert.

Entmachtet

Foto: dpa Bild vergrößern

Michal Listkiewicz wurde als Präsident des polnischen Fußballverbandes (PZPN) entmachtet.

Zawlocki suspendierte mit sofortiger Wirkung den PZPN-Chef Michal Listkiewicz sowie alle Vorstandsmitglieder. Verschoben wurde zudem die für 30. Oktober angesetzte Wahl des neuen Vorstandes. Der Wahlkongress werde erst nach der Wiederherstellung der Ordnung stattfinden, sagte der 37-jährige Rechtswissenschaftler. Er sei «schockiert», erklärte der entlassene Verbandssprecher Zbigniew Kozminski.

Nach Angaben des Fernsehsenders TVN24 ist UEFA-Präsident Michel Platini inzwischen von polnischer Seite informiert worden. Laut Drzewiecki soll sich Listkiewicz weiterhin mit den Vorbereitungen auf die EURO 2012 beschäftigen. Der abgesetzte PZPN-Chef sagte, die EURO 2012 sei nicht gefährdet. Der Organisationsstab werde von diesem «Chaos» nicht betroffen, so Listkiewicz.

Erst drei Tage zuvor hatte der Europäische Verband UEFA Polen und die Ukraine vorläufig weiterhin mit der Ausrichtung der EM 2012 betraut. In beiden Ländern gibt es massive Probleme, angefangen von Stadion- Neubauten bis hin zur fehlenden Infrastruktur.

Sportminister Drzewiecki betonte, die Entscheidung sei nicht von seinem Ministerium, sondern vom Gericht getroffen worden. Die internationalen Fußballverbände hätten daher keinen Grund zum Protest. So hatte der Weltverband FIFA in der Vergangenheit mehrere Länder wegen Einflussnahme der Politik auf die jeweiligen Verbände suspendiert. Drzewiecki berief sich auf das Beispiel Italiens, wo in der Vergangenheit ähnliche Maßnahmen wie in Polen ergriffen worden seien.

dpa

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