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Nürnberg richtet sich auf Wochen im «Keller» ein

Nürnberg - Kein Charakter, kein Konzept, kein Erfolg: Nach der ernüchternden 0:1-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg verabschiedet sich Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg vorläufig vom Ziel 1. Fußball-Bundesliga.

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«Den Verein wieder nach oben zu führen, davon sind wir meilenweit entfernt», erklärte Kapitän und Torwart Raphael Schäfer, «jetzt müssen wir die nötigen Punkte holen, um uns nach hinten abzusichern». Mit nur einem Sieg nach dem 6. Spieltag belegen die Franken einen enttäuschenden 14. Platz.

Torjubel

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Die Duisburger freuen sich über den Treffer von Cedrick Makiadi (m).

Seit mittlerweile fünf Partien warten die Nürnberger in der 2. Liga auf einen «Dreier», und auch auf der Führungsebene fällt das Fazit nach der zweiten Pleite in Folge düster aus. «Nach dem heutigen Tag sind wir definitiv nicht zu Höherem berufen», erklärte Sportdirektor Martin Bader: «Ich hatte nicht gedacht, dass wir so brutal landen.» Restlos bedient war auch Trainer Michael Oenning. «Das ist eine ganz, ganz bittere Niederlage für uns», stellte der maßlos enttäuschte Coach fest: «Verunsicherung und Druck haben uns mit zunehmenden Spielverlauf gelähmt. Wir haben völlig planlos gespielt, das Selbstvertrauen ging Stück für Stück verloren.»

Gegen die ebenfalls erschreckend schwachen Duisburger bot Nürnberg über 90 Minuten Fußball ohne Konzept. Immerhin schoben sich die Gäste dank ihres ersten Auswärtssiegs in dieser Saison auf den fünften Tabellenplatz und bejubelten ihr Tor des Abends. «Zum Glück habe ich den Ball nicht voll getroffen, sonst wäre er nicht so reingekullert», beschrieb Spielmacher Cedrick Makiadi seinen Siegtreffer in der 23. Minute - gleichzeitig sein fünftes Saisontor. «Wir haben heute die nötige Leidenschaft gezeigt», fand MSV-Trainer Rudi Bommer eine Erklärung für den dritten Liga-Sieg der Saison.

Oenning wartet indes weiter auf seinen ersten Erfolg als FCN- Cheftrainer. Auch im vierten Anlauf gelang ihm nicht die Trendwende und der 43-Jährige ahnt eine drohende Personal-Diskussion: «Man kann nichts ausschließen. Aber schon wieder den Trainer zu wechseln - das kann es nicht sein.» Zuspruch erhält Oenning von Mittelfeldspieler Daniel Gygax, gegen Duisburg der einzige FCN-Spieler in ansprechender Form: «Der Trainer gibt 120 Prozent für den Club - jede Woche, jeden Tag, jede Sekunde.»

Mehr als eine Trainer-Frage beschäftigt einige Spieler des 1. FC Nürnberg die Mentalität innerhalb der Mannschaft. «Ich hoffe, dass alle unter der Woche mal auf den Teletext schauen und sehen, wo wir stehen», ermahnte Gygax seine Kollegen zur Selbstkritik. Stürmer Angelos Charisteas sprach dem gesamten Team den «Siegercharakter» ab. Zuversicht versprüht Gygax dennoch. «Wir kommen zurück, denn wir sind nicht irgendwer - wir sind der Club», betonte der Schweizer Nationalspieler.

dpa

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