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Hertha will «Stück für Stück aus dem Sumpf»

Berlin - Um 02.00 Uhr nachts war der Pflicht-Ausflug nach Dublin beendet und abgehakt, neun Stunden später schickte Trainer Lucien Favre sein weiter verunsichertes Personal schon wieder in die vereinseigene Höhenkammer.

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Doch wichtiger als die körperliche Regeneration nach glanzloser Null-Nummer beim irischen Vizemeister St. Patrick' Athletic, die Hertha BSC als erstem deutschen Club die Teilnahme an der UEFA-Cup-Gruppenphase gesichert hatte, schien der mentale Effekt: «Wir sind da, wo wir hinwollten. Es war okay, wir sollten nicht das Haar in der Suppe suchen», kommentierte Manager Dieter Hoeneß die holprige Vorstellung der «alten Dame» im Royal Dublin Society Ground (RDS). Kapitän Arne Friedrich gab zumindest offen zu: «Das war sicher nichts für Fußball-Ästheten.»

St. Patrick's Athletic - Hertha BSC Berlin

Foto: dpa Bild vergrößern

Sofian Chahed (l) von Hertha BSC im Duell mit Alan Kirby von Saint Patrick's Athletic.

93 Minuten hatten sich die Berliner bei Regen und Wind mit einem hartnäckigen Gegner und vor allem mit eigenen Unzulänglichkeiten gequält, mit einer gehörigen Portion Glück das 2:0 aus dem Hinspiel verteidigt. Von einem strukturierten Spiel, dem von Favre angestrebten One-Touch-Fußball oder gar Souveränität aber war Hertha weit, weit entfernt. «Wenige haben nach den beiden jüngsten Niederlagen vor Selbstbewusstsein gestrotzt», stellte Nationalspieler Friedrich fest und setzte für eine Besserung einen längeren Zeitraum an: «Wir müssen uns Stück für Stück aus dem Sumpf rausziehen. Das 0:0 hilft, um die negativen Gedanken aus dem Kopf zu bekommen.»

Zeit aber bleibt Coach Favre wenig. Der durch die Verletzung von Marko Pantelic noch erhöhte Krankenstand verhindert zudem personelle Korrekturen. «Leider hat der Trainer nicht die Möglichkeit, drei, vier Spielern eine Pause zu geben», bemerkte Hoeneß. Vor allem der Brasilianer Raffael, der in Dublin nur nach seiner Auswechslung durch einen vehementen Tritt gegen eine Wasserflasche auffiel, steht komplett neben den Schuhen. Liverpool-Leihgabe Andrej Woronin verkrampft immer mehr unter dem Druck, endlich sein erstes Tor für Hertha erzielen zu wollen. «Aber wir haben auch ein paar Spieler , an denen sich die anderen orientieren können», meinte der Manager und nannte neben Friedrich und Josip Simunic auch den brasilianischen Neuzugang Cicero: «Der macht im Moment fast alles richtig.»

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Die Defizite vor allem im schnellen Spielaufbau und im Angriff aber sind auch der sportlichen Leitung nicht entgangen. «Wir hätten mehr Tempo machen müssen, schon bei der Ballannahme», analysierte Favre. «Wenn wir in Leverkusen was reißen wollen, müssen wir mehr Druck nach vorne machen», betonte Hoeneß mit Blick auf die nächste Bundesliga-Aufgabe am Samstag. Die folgenden Spiele in der UEFA-Pokal-Gruppenphase, die am kommenden Dienstag ausgelost wird, sollen dem jungen Team bei der dringend nötigen Festigung helfen. «Ich hoffe auf Super-Gegner», sagte Favre.

dpa

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