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Hohn und Spott nach Schalker Grusel-Kick

Gelsenkirchen - Die Anhänger stimmten fröhlich Hohn- und Spottgesänge an, und Fred Rutten versuchte erst gar nicht, etwas zu beschönigen.

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«Ich habe mir vorher ein Spiel gewünscht, bei dem wir den Fans etwas bieten können - ein 'größeres' Spiel als heute», sagte der Coach des FC Schalke 04 nach dem «Grusel-Kick» beim 1:1 (0:1) im UEFA-Pokal-Rückspiel gegen APOEL Nikosia. Gleichzeitig warb der Niederländer um Verständnis: «Im Fußball geht es auch um Ergebnisse. Wir wollten in die Gruppenphase. Das Ziel haben wir erreicht.»

Sturz

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Der Schalker Asamoah (l) und Charalamidis von Apoel Nikosia stürzen beim Kampf um den Ball.

Gleichwohl wären nicht nur Rutten «umgekehrte» Resultate lieber gewesen - erst ein 1:1 auf Zypern und dann eine 4:1-Gala vor heimischem Publikum. So aber wurden 52 214 Besucher in der Veltins-Arena Zeuge einer über weite Strecken erneut grauenvollen Vorstellung der «Königsblauen», die die Sache nach dem klaren Hinspiel-Sieg ganz offensichtlich nicht mehr ernst nahmen. Die Dummen waren die zahlenden Zuschauer. «Vom Kopf her war es schwierig, weil wir schon 4:1 gewonnen hatten», sagte Kevin Kuranyi, dem mangelnder Einsatz nicht einmal vorgeworfen werden kann.

Er ackert und rackert, und dennoch leidet der Nationalstürmer seit seinem «Doppelpack» zum Bundesliga-Start am 16. August gegen Hannover 96 unter chronischer Tor-Allergie. Fast bewundernswert ist Kuranyis unerschütterlicher Glaube an das baldige Ende seiner Flaute: «Irgendwann werde ich mal angeschossen, und dann läuft es wieder», so Kuranyi. Davon ist auch Rutten überzeugt, der seinen Problemfall nicht fallen lässt. «Wir haben Vertrauen in Kevin. Es gibt bei Stürmern immer solche Phasen. Auch bei den Bayern hat einer lange nicht getroffen, und dann kam ein Länderspiel», erinnerte der Schalke-Coach an die Durststrecke von Miroslav Klose, bei dem der Knoten im WM-Qualifikationsspiel der DFB-Elf in Finnland platzte. Beim 3:3 gelangen ihm alle drei Treffer.

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Das aber kann die Schalke-Fans derzeit kaum trösten. Für die Pfiffe gegen die Mannschaft hat Marcelo Bordon Verständnis. Am Ende hielten sich die frustrierten Anhänger mit Liedgut wie «Oh, wie ist das schön» oder «Wir holen den UEFA-Cup und werden deutscher Meister» selbst bei Laune. «Damit muss man als Spieler klar kommen. Wir spielen zu Hause, da erwartet das Publikum einen Sieg», sagte Bordon. Doch nach dem ersten Saison-Gegentor in der Arena durch Hélio Pinto (6. Minute) verhinderte Christian Pander mit seinem Kunst-Freistoß aus 25 Metern in den Winkel (57.) die totale Blamage gegen den weitgehend harmlosen Gegner, der kaum mehr als Drittliga-Format hat.

Ganz zufrieden waren eigentlich nur zwei Menschen im weiten Rund. Stammkeeper Manuel Neuer, der sich über sein gelungenes Comeback nach zwölfwöchiger Verletzungspause freute («Es war einfach ein schönes Gefühl, wieder im Tor zu stehen»), und Ivan Jovanovic, dessen Team sich gut verkaufte. «Wir wollten unser bestes Gesicht zeigen. Das haben wir geschafft», meinte der APOEL-Coach zurecht. Er war auch der einzige, der Schalke lobte: «Das ist eine der besten Mannschaften, die im UEFA-Cup spielt. Sie ist in der Lage, den Europapokal zu gewinnen.»

dpa

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