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«Ballack-Fan» Bierhoff bangt um den Kapitän

Düsseldorf - Ob mit oder ohne Michael Ballack - gegen die kampfstarken Waliser will Joachim Löw unbedingt den 50. Sieg im 68. WM-Qualifikationsspiel einfahren.

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Die einmal mehr lädierte rechte Problem-Wade des Kapitäns könnte den Bundestrainer in Mönchengladbach zwar zum Umbau seiner überzeugenden Russland-Elf zwingen, an der Marschroute würde sich aber nichts ändern. «Wichtig ist, dass wir drei Punkte haben, wenn der Schiedsrichter abpfeift», sagte Torjäger Miroslav Klose. Die Chance auf ein Mitwirken von Ballack haben sich nicht verbessert: Ballack musste auch das Abschlusstraining absagen.

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Bundestrainer Joachim Löw (l) spricht beim Training in Düsseldorf mit Torsten Frings.

«Man muss von Stunde zu Stunde abwarten, wie die Reaktion ist», sagte Teammanager Oliver Bierhoff, der «keine Prognose» abgeben mochte. Ein Team-Umbau im zentralen Mittelfeld wäre Bundestrainer Joachim Löw nicht recht. «An ihm hängt sehr viel», sagte Bierhoff zu Ballack. Falls der 32-Jährige im noch nicht ganz ausverkauften Borussia-Park nicht spielen kann, würde wahrscheinlich Torsten Frings oder Simon Rolfes in die Startelf rücken.

Erklärte Ziel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im letzten Pflichtspiel 2008 ist es trotz des drohenden Ausfalls von Ballack, in der Gruppe 4 als Tabellenführer zu überwintern. «Es ist wichtig, dass wir uns ein Punktepolster anlegen», forderte Klose. Mit sieben Zählern liegt die deutsche Elf nur knapp vor Wales (6) und den weiteren Verfolgern Finnland (4) und Russland (3), die im direkten Duell aufeinandertreffen.

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Wie wichtig und wertvoll Ballack nach wie vor ist, bewies der Kapitän nicht nur wegen seines Tores beim 2:1 gegen Russland. «Es fällt nicht schwer, sportlich ein Ballack-Fan zu sein. Er nimmt eine zentrale Position ein», sagte sogar Bierhoff, der mit dem Anführer der Mannschaft zuletzt heftig im Clinch gelegen hatte. «Das Thema ist beseitigt», versicherte der Manager.

Nach einem Tritt des Russen Roman Schirkow hatte der Ballack die 90 Minuten zwar noch durchgehalten, seit Sonntag aber nicht mehr trainieren können. «Wir kennen Michaels Problem mit der Wade», sagte Bierhoff in Erinnerung an die EM, als Ballacks Einsatz im verlorenen Finale gegen Spanien (0:1) ebenfalls lange ungewiss war. «Wir arbeiten mit den Physiotherapeuten daran, dass er fit wird und dem Trainer hundertprozentig zur Verfügung stehen kann», berichtete Bierhoff. Dieses Mal allerdings sind die Erfolgschancen gering.

Löw schwor seinen nach der Ausmusterung von Stürmer Kevin Kuranyi noch 19-köpfigen Kader bei einer Teamsitzung eindringlich auf die «schwierige Aufgabe» gegen Wales ein. «Er hat genauso gesprochen wie vor dem Russland-Spiel», verriet Thomas Hitzlsperger, der - Ballacks Fitness vorausgesetzt - wieder neben dem Kapitän agieren dürfte. «Es bringt nichts, wenn wir Russland schlagen und jetzt gegen Wales straucheln», trichterte Löw seinen Spielern im Mannschaftshotel immer und immer wieder ein.

Beim Videostudium mit Chefscout Urs Siegenthaler wurde die DFB- Auswahl auf einen sehr defensiven Gegner eingestellt, der über den erfahrenen England-Legionär Craig Bellamy sein Heil in Kontern suchen dürfte. «Wir gehen von einem 4-5-1-System aus, in dem sie robust auftreten werden», sagte Löw. «Bellamy ist sehr gefährlich», warnte Hitzlsperger, der den Angreifer von West Ham United aus seiner England-Zeit bei Aston Villa kennt: «Unsere Verteidiger dürfen sich da nie ausruhen.»

In Laufbereitschaft und Teamwork sieht auch Löw den Schlüssel, zudem soll die Offensive noch mehr forciert werden, womöglich mit der Hereinnahme von Mario Gomez oder Patrick Helmes als zusätzlichem Stürmer. Lukas Podolski würde dann auf den linken Flügel wechseln. «Wir wollen das Tempo bestimmen und den Walisern keine Luft und Zeit geben, ihr Spiel aufzuziehen», berichtete Bierhoff. «Ob mit Lukas vorne oder links - wichtig ist, dass alle in Bewegung sind und wir mehr als eine Anspielstation haben», bemerkte Klose.

Klose sieht gerade die jüngeren Spieler nach dem hochgelobten Russland-Spiel in einem wichtigen «Lernprozess». Auf dem Weg zur EM-Endrunde 2008 hatte man nach einem umjubelten 4:0 gegen Zypern auch die Spannung verloren und war vier Tage später gegen Wales nicht über ein tristes 0:0 hinausgekommen. «Junge Spieler müssen begreifen, dass sie auch im nächsten Spiel wieder die Laufbereitschaft haben», meinte Klose vor seinem 86. Länderspiel. «Wir gewinnen gegen die Waliser nicht im Vorbeigehen», warnte auch Bierhoff angesichts der knappen Ergebnisse in der Vergangenheit. Übrigens: Bei der Nullnummer gegen Wales am 21. November 2007 in Frankfurt fehlte Kapitän Ballack.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Adler (Bayer Leverkusen/23 Jahre/1 Länderspiel) - Friedrich (Hertha BSC/29/62), Mertesacker (Werder Bremen/24/50), Westermann (FC Schalke 04/25/7), Lahm (Bayern München/24/51) - - Schweinsteiger (Bayern München/24/60), Ballack (FC Chelsea/32/88) oder Frings (Werder Bremen/31/78), Hitzlsperger (VfB Stuttgart/26/42), Trochowski (Hamburger SV/24/16) - Klose (Bayern München/30/85), Podolski (Bayern München/23/58)

Wales: Hennessey (Wolverhampton Wanderers/21/13) - Gunter (Tottenham Hotspur/19/9), Morgan (Peterborough United/23/12), Collins (West Ham United/25/25), Williams (Swansea City/24/7), Bale (Tottenham Hotspur/19/14) - Robinson (Toronto FC/32/49), Edwards (Wolverhampton Wanderers/22/8), Davies (FC Fulham/28/54), Koumans (Wigan Athletic/29/32) - Bellamy (West Ham United/29/52)

Schiedsrichter: Laurent Duhamel (Frankreich)

dpa

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