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Pantelic-Werbung lässt Favre kalt

Berlin - Da setzte sich der Star klaglos auf die Bank, machte doch wieder sein Tor und warb wie ein kleiner Junge um mehr Anerkennung - doch Marko Pantelic bekommt seinen Sonder-Status bei Hertha BSC nicht zurück.

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Ein kurzer Händedruck, ein ebenso kurzes Dankeschön für den exzentrischen Serben, dann wollte sich Lucien Favre mit dem Thema nicht mehr aufhalten. «Über das Problem will ich nicht mehr sprechen, das interessiert mich überhaupt nicht. Ich konzentriere mich schon auf unser Spiel am Sonntag in Dortmund», erklärte der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten auf die Frage, ob mit dem Pantelic-Tor gegen Benfica Lissabon nun die Differenzen mit dem Torjäger endgültig beigelegt seien. «Das Gleichgewicht ist sehr wichtig, ich kann nicht mit vier Stürmern spielen», schloss Favre an. Aus, Ende, Pantelic hin oder her.

Hertha BSC Berlin - Benfica Lissabon

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Berlins Andrej Woronin (l) im Zweikampf mit Benficas Augustin Binya.

Der Schweizer wies auf viel größere Probleme als mit Pantelic oder der erschreckend kleinen Zuschauerzahl (26 144/Saison-Minus) hin: Mit den Verletzungen von Andrej Woronin (Mittelfuß-Prellung), Arne Friedrich (Rücken), Marc Stein (Bauchmuskelzerrung), Pal Dardai und Josip Simunic (Oberschenkel-Verhärtung) ist das Hertha-Lazarett auf die stattliche Zahl von zwölf Spielern angewachsen. Wer bis Sonntag zurückkommt, ist unklar. «Das macht mir wirklich Sorgen. Es wird immer enger», betonte Hoeneß, der wie Favre mit dem Auftritt des Teams gegen Lissabon zufrieden war. «Nur die zwei Punkte fehlen», sagte der Trainer, der in Dortmund gern die kleine Serie von zwei Bundesliga-Siegen ausbauen würde. Für den verletzten Woronin dürfte in Dortmund dann wieder Pantelic in die Startelf rücken.

Der langhaarige Stürmer, an dem sich in Berlin nicht erst seit dessen geschwänztem Training in der Vorwoche und der anschließenden Suspendierung für ein Spiel die Geister scheiden, hatte nach seiner Begnadigung zumindest für einen versöhnlichen Abschluss beim Start in die UEFA-Cup-Gruppenphase gesorgt. Nachdem Pantelic von der Bank aus zusehen musste, wie Hertha gegen Benfica immer besser ins Spiel kam und sein Sturmrivale Woronin gleich zwei Riesen-Chancen versiebte, rettete er nur acht Minuten nach seiner Einwechslung mit einem tollen 15-Meter-Schuss das 1:1. «Marko hat das richtige Zeichen gesetzt und das gemacht, was er kann - ein Tor», sagte Dieter Hoeneß und ergänzte: «Alles ander ist nebensächlich.» Zu den Verhandlungen mit Pantelic, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, will sich der Manager bis Weihnachten nicht mehr äußern.

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Favre und Hoeneß wissen natürlich genau, dass sie das Thema Pantelic nicht loswerden in den nächsten Monaten, zumal die Fans den erfolgreichsten Berliner Torjäger der vergangenen Jahre lieben. «Sie haben nicht vergessen, was ich für den Verein getan habe», erklärte Pantelic, der den «Riesenstress» nach seinem verpassten Training noch immer nicht verstehen kann. «Aber ich akzeptiere alles. Jeder weiß, es war das erste Mal seit dreieinhalb Jahren. Ich bin ein Typ, der immer das Maximum für die Mannschaft gibt», betonte der 30-Jährige. Dann setzte Pantelic eine Unschuldsmiene auf wie ein Schüler vor seinem Lehrer und sagte: «Bitte das nächste Mal mehr Unterstützung für Marko - und nicht immer dieses Marko Weiß oder Marko Schwarz.»

dpa

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