Freitag, 24. Oktober 2008 / 16:44 Uhr
Zilina - Die halbe Miete für das UEFA-Cup-Achtelfinale hat der Hamburger SV bereits eingefahren, doch die Freude wurde durch die schlimme Verletzung von Thimothee Atouba erheblich getrübt.
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«Das ist sehr tragisch für uns und ihn», sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach dem 2:1-Erfolg bei MSK Zilina angesichts des an Krücken durch die Hotelhalle humpelnden Kameruners, der nach der Rückkehr und einer Untersuchung bittere Gewissheit erhielt: Er erlitt einen Riss der linken Achillessehne, wird in den nächsten Tagen operiert und fällt «mehrere Monate aus», bestätigte HSV-Teamarzt Oliver Dierk. «Das ist eine bittere Nachricht», sagte HSV-Coach Martin Jol. «Uns gehen langsam die Leute aus», meinte der starke Torhüter Frank Rost und blickte bereits auf das Bundesliga-Topspiel bei 1899 Hoffenheim: «Wir müssen dort eine Schippe drauflegen, denn es wartet größere spielerische Qualität auf uns als hier in der Slowakei.»
«Es wird einerseits schwer in Hoffenheim, die ausgeruht auf uns warten und natürlich hat dieses Auswärtsspiel viel Kraft gekostet», befürchtete Jol. Der starke Aufsteiger habe einen exzellenten «Mannschaftsspirit und fühlt sich fast unschlagbar». Andererseits hat auch der HSV einen Lauf: «Wir haben jetzt 13 Pflichtspiele hinter uns, davon nur eins in Wolfsburg verloren», führte der ruhige Niederländer an, der seiner Elf noch die Unaufmerksamkeiten austreiben muss.
Im UEFA-Cup können die spielfreien Hanseaten in Ruhe am zweiten Spieltag das Geschehen verfolgen, bevor sie am 27. November Ajax Amsterdam empfangen. Die Niederländer verloren zum Auftakt 1:2 bei Aston Villa. «Wir brauchen fürs Weiterkommen sechs bis sieben Punkte, da haben wir jetzt schon die Hälfte», rechnete Jol zufrieden vor.
Wie schon gegen Schalke fühlten sich die Hamburger nach der 2:0- Pausenführung zu sicher und kamen dann ins Schleudern. «Wir waren nicht zu hundert Prozent konzentriert und zu arrogant in der zweiten Halbzeit», gestand Piotr Trochowski, der mit einer «Zucker»-Flanke das 1:0 durch Mladen Petric vorbereitet hatte. Hätte Rost nicht mit seinen Paraden das Gehäuse für die Slowaken zur uneinnehmbaren Festung gemacht, wäre der HSV nicht so glimpflich davon gekommen. «So locker, wie wir das hier genommen haben, dürfen wir in Hoffenheim nicht auftreten», forderte Trochowski.
Tor-Garant Petric, der in seiner kurzen Zeit für die Hanseaten bereits acht Treffer erzielte, erklärte seine persönliche Lockerheit mit der Geburt seiner Tochter: «Ich habe gemerkt, dass viele Sachen nebensächlich sind.» Vor dem nächsten Gegner, auf den sich die Hamburger bereits in Zilina noch in der Nacht auf den mitgebrachten Fahrrad-Ergometern einstimmten, hat der Kroate allerhöchsten Respekt: «In Hoffenheim ist eine ganze Stadt im Rausch, sie sind auf dem emotionalen Höhepunkt und haben nichts zu verlieren.» Ein gutes Omen soll vor dem Schlagerspiel die Wahl des Übernachtungs-Ortes Leimen sein, aus dem Wimbledonsieger Boris Becker stammt.
dpa
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