Mittwoch, 5. November 2008 / 16:32 Uhr
Wolfsburg - Einer missglückten Generalprobe soll bekanntlich eine glänzende Premiere folgen. Der VfL Wolfsburg will sich auf diese Theater-Weisheit für seinen Auftakt in der Gruppenphase des UEFA-Cups gegen den SC Heerenveen aber lieber nicht verlassen.
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«Jeder, der glaubt, das geht so nebenbei, der wird sich täuschen», warnte Trainer Felix Magath. Der Coach hatte einen Tag vor dem Spiel auch eine gute Nachricht, denn er plant mit dem Einsatz des zuletzt angeschlagenen Regisseurs Zvjezdan Misimovic.
«Wir brauchen volle Konzentration. Der UEFA-Cup ist etwas ganz Besonderes. Darauf muss man sich freuen, das motiviert uns», sagte Mittelfeldspieler Christian Gentner vor dem Aufeinandertreffen mit dem niederländischen Ehrendivisionär. Die Vorfreude auf das internationale Spektakel verdrängte auch den Frust nach der 0:2- Niederlage in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen, bei der die «Wölfe» vor allem in der zweiten Halbzeit nicht bissig genug wirkten und verdient verloren. Das ist ein Gefühl, dass das Team von Trainer Magath in der heimischen Volkswagen Arena nicht kennt. 13 Punkte und 14:4 Tore aus fünf Heimspielen sind Bundesliga-Spitze und verschaffen den Wolfsburgern eine breite Brust vor dem dritten internationalen Auftritt der Saison nach den Duellen mit Rapid Bukarest (1:0, 1:1).
Magath versprach ein offensives Spiel. «Wir greifen verspätet ein, deshalb müssen wir punkten, damit wir in der Tabelle nicht gleich hinten sind», sagte der Coach. Dabei hofft Magath auf den Einsatz von Misimovic. «Ich glaube, dass er spielen kann», sagte er einen Tag vor der Partie. «Es ist im Laufe der Woche immer besser geworden.» Der Spielmacher des Fußball-Bundesligisten konnte wegen seiner Rückenprobleme in den zurückliegenden Tagen nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Der 26 Jahre alte Bosnier, der immer besser in die Rolle des nach Brasilien zurückgekehrten Marcelinho hineinwächst, musste in Leverkusen ausgewechselt werden.
Kann der Spielmacher tatsächlich auflaufen, kann Magath mit jener Elf beginnen, die sich in den vergangenen Wochen als die beste herauskristallisiert hat. Ein weiteres Fragezeichen gibt es in der Innenverteidigung, wo diesmal der international erfahrene Ricardo Costa den Vorzug vor seinem deutschen Konkurrenten Alexander Madlung erhalten könnte. Vorerst nur Bankdrücker dürfte Weltmeister Cristian Zaccardo sein - trotz hoffnungsvoller Ansätze nach mehreren Verletzungen.
Gast Heerenveen kommt mit der Empfehlung eines 3:3-Unentschieden gegen Tabellenführer AZ Alkmaar und der Hypothek eines 1:3 aus dem ersten UEFA-Cup-Gruppenspiel gegen den AC Mailand nach Wolfsburg. «Der SC verfügt über ein gutes Offensivpotenzial, hat aber eine löchrige Defensive», befand Magath nach der Videoanalyse des Tabellen-Neunten der Ehrendivision. In einer Mannschaft ohne große Namen machte der Kroate Danijel Pranjic (26), bereits seit 2005 in Heerenveens Diensten, in der Ehrendivision mit acht Toren in acht Partien von sich reden.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
VfL Wolfsburg: Benaglio - Riether, Ricardo Costa (Madlung), Barzagli, Schäfer - Josué - Hasebe, Gentner - Misimovic - Grafite, Dzeko
SC Heerenveen: Vandenbussche - Bak Nielsen, Breuer, Dingsdag, Jong-A-Pin - Grindheim, Svec, Pranjic, Väyrynen - Paulo Henrique, Sibon
Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
dpa
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