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FFC Frankfurt in der Krise

Duisburg - Raus im DFB-Pokal, gescheitert im UEFA-Cup und wenig Hoffnung auf schnelle Genesung - der erfolgreichste Frauenfußball-Verein der Welt ist derzeit ein Pflegefall.

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«Wir sind in einem tiefen Tal, keine Frage. Wir haben jahrelang große Erfolge gefeiert. Nun müssen wir auch mal mit Niederlagen klarkommen und schauen, dass wir so schnell wie möglich da heraus kommen», sagte der Manager des 1. FFC Frankfurt, Siegfried Dietrich, kämpferisch nach der abermaligen 0:2-Lehrstunde beim hoch überlegenen FCR Duisburg und dem bitteren Scheitern im Viertelfinale des europäischen Wettbewerbs.

Schon nach der 1:3-Heimpleite des Titelverteidigers und dreimaligen UEFA-Cup-Siegers im Hinspiel war der Traum vom Halbfinale so gut wie zerplatzt. Die 90 Minuten vor 3250 Fans im PCC-Stadion brachten dem gestürzten Branchenprimus die Gewissheit, dass zurzeit nichts zusammenläuft. Die Talfahrt des Triple-Gewinners des Vorjahres allein dem neuen Coach Günter Wegmann anzulasten, der im Sommer Hans-Jürgen Tritschoks ablöste, wäre aber zu einfach.

«Es ist keine Entschuldigung, aber wir haben eine Verletzungs- Misere ohne Gleichen. Im Rahmen unserer momentanen Möglichkeiten haben wir alles getan. Aber Duisburg war in beiden Spielen klar besser und steht verdient im Halbfinale», erklärte Wegmann, der in Silke Rottenberg, Pia Wunderlich, Karolin Thomas, Conny Pohlers und Alexandra Krieger gleich fünf Stammkräfte ersetzen musste. Zudem beendete Renate Lingor ihre Karriere, und die Nationalspielerinnen Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes, Saskia Bartusiak sowie die beruflich stark geforderte Polizei-Kommissarin Sandra Smisek zahlen nun den Preis für die enorme Dauerbelastung. Fast ohne Urlaub nach Olympia sind sie völlig aus dem Tritt. «Es gibt viele Gründe, warum es nicht läuft», meinte Rekord-Nationalspielerin Prinz enttäuscht.

Von einer Wachablösung im deutschen Frauenfußball mochten aber weder Martina Voss noch Silvia Neid sprechen. «Das geht ein wenig zu weit», sagte die Bundestrainerin, die das Top-Duell verfolgte. Auch FCR-Trainerin Voss («Wir leben unseren Traum weiter») glaubt, dass der Rivale die Krise übersteht. «Das ist nur eine Momentaufnahme.»

Mehr als eine Momentaufnahme ist die Form von FCR-Stürmerin Inka Grings. Das 1:0 vor der Pause (2:0 Linda Bresonik/72.) war schon ihr siebtes Europapokal-Tor im fünften Spiel. Mit elf Treffern in sieben Partien führt die 30-Jährige auch die Bundesliga-Torschützenliste an. Nicht nur deshalb stellt Neid ihr nach einem Disput im Sommer das Comeback in der DFB-Elf nach über drei Jahren in Aussicht. Vor Olympia hatte Grings (64 Länderspiele/41 Tore) zwei Leistungstests verpasst und ihre Unterlagen für Peking nicht eingereicht. «Da habe ich angenommen, dass die kein Interesse hat», sagte Neid der dpa.

Nun ist alles ausgeräumt. «Inka hatte um ein Gespräch gebeten. Wir haben offen und ehrlich miteinander geredet, und sie hat sich für ihr Fehlverhalten entschuldigt», betonte die Cheftrainerin. Für die EM 2009 in Finnland sei die Tür für Grings wieder offen. «Sie hat klare Ziele und ist topfit. Und ich entscheide nach Leistung.»

dpa

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