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Rekordumsatz: Bremen bleibt auf dem Boden

Bremen/Hannover - Werder Bremen bewegt soviel Geld wie nie zuvor, doch an der Weser hebt deshalb keiner ab. Trotz des Rekordumsatzes von 112,4 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr behalten die nüchternen Rechner in der Chefetage des Champions- League-Teilnehmers ihren Realitätssinn.

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«Wir spielen in einer Liga, die wir vom Umsatz her eigentlich gar nicht begleiten können», sagte Jürgen L. Born, Vorsitzender der Geschäftsführung, auf der Mitgliederversammlung des Vereins. Born wusste ganz genau, wovon er redet. Liga-Rivale Bayern München meldete vor knapp zwei Wochen zum vierten Mal nacheinander einen Rekordumsatz, und der fiel mit 286,8 Millionen Euro mehr als zweieinhalb mal so hoch aus wie der der Bremer. Die Einnahmen von Werders Vorrunden-Kontrahent in der Champions League, Inter Mailand, bewegen sich in ähnlichen Dimensionen. Dennoch spürte man den Stolz auf die stetige Entwicklung der vergangenen Jahre, die den viermaligen deutschen Meister in diesem Jahr erstmals in die Liste der 20 Umsatzstärksten europäischen Fußball-Vereine führte.

Werder Bremen

Foto: dpa Bild vergrößern

In Bremen weht eine Flagge vom SV Werder.

Das ist vor allem der «Königsklasse» zuzuschreiben, in der die Bremer im fünften Jahr in Serie dabei sind. «Die Champions League ist und bleibt der markanteste Träger bei den Umsätzen», bestätigte Born und registrierte im Berichtszeitraum zudem «signifikante Transferablösesummen». Die zweistelligen Millionen-Erlöse kommen aus den Verkäufen von Miroslav Klose (Bayern München/15 Millionen Euro), Leon Andreasen (FC Fulham/3,8 Millionen) und Christian Schulz (Hannover 96/1,5 Millionen).

Der im Vorjahr erzielte Gewinnrekord von 8,3 Millionen Euro ist bei weitem nicht erreicht worden. Nach Vereinsangaben wurde das Geschäftsjahr 2008 mit einem Gewinn von 2,4 Millionen Euro abgeschlossen. Die große Differenz erklärte Born mit einmaligen Sondereinnahmen von 5 Millionen Euro im Jahr 2007 «durch die Fußball- WM und aus der Abwicklung des Kirch-TV-Vertrages». «Die Gesellschaft bleibt auch weiterhin ihrer Geschäftsphilosophie treu und operiert schuldenfrei», sagte der Werder-Geschäftsführer.

Die Zahl der Mitglieder im Gesamtverein stieg seit 2002 von 3000 auf rund 34 000. Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer kündigte die Gründung einer «Werder Bremen Stiftung» an, dessen Zinserträge für gemeinnützige und soziale Zwecke verwendet werden sollen.

Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke wurde erneut in das Führungsgremium des Bundesligisten gewählt. Der 62 Jahre alte UN-Sonderbeauftragte für Sport und Entwicklung muss in seiner Funktion zwar noch vom Präsidium des Clubs bestätigt werden. Das gilt nach dem überzeugenden Votum der Mitglieder-Versammlung allerdings nur noch als Formsache.

dpa

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